Politik

Angebliche Technik-Mängel Italien setzt "Ocean Viking" fest

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Die "Ocean Viking" hatte am 7. Juli mit 180 aus Seenot geretteten Flüchtlingen an Bord im Hafen von Porto Empedocle angelegt.

(Foto: dpa)

Anfang Juli legt die "Ocean Viking" mit 180 Flüchtlingen an Bord ein letztes Mal in Italien an. Dort müssen Gerettete und Besatzung wegen Corona für zwei Wochen in Quarantäne. Die ist jetzt aufgehoben, doch auslaufen darf das Rettungsschiff trotzdem nicht.

Die italienische Küstenwache hat das Rettungsschiff "Ocean Viking" auf unbestimmte Zeit festgesetzt. Der Entscheidung sei eine elfstündige Inspektion im sizilianischen Hafen von Porto Empedocle vorausgegangen, teilte die französische Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. Die Organisation sprach von einer neuen Stufe "behördlicher Schikane mit dem Ziel, die lebensrettenden Einsätze der zivilen Seenotrettungsschiffe zu blockieren".

Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden bei der Inspektion der "Ocean Viking" mehrere "technische und betriebliche Mängel" festgestellt. Diese gefährdeten nicht nur die Sicherheit des Schiffes und seiner Besatzung, sondern auch jene der Flüchtlinge, die das Schiff nach Rettungseinsätzen aufnehme.

Quarantäne aufgehoben

Die "Ocean Viking" hatte am 7. Juli mit 180 aus Seenot geretteten Flüchtlingen an Bord im Hafen von Porto Empedocle angelegt. Die Geretteten wurden dort zunächst auf eine Quarantäneschiff gebracht, das sie nach zwei Wochen verlassen durften. Auch die "Ocean Viking" und ihre Besatzung wurden unter eine zweiwöchige Quarantäne gestellt, die am Dienstag aufgehoben wurde. Einen Tag später wurde das Schiff dann festgesetzt.

SOS Méditerranée erklärte, die italienische Küstenwache habe als wesentliche Begründung für die Festsetzung der "Ocean Viking" angegeben, dass das Schiff mehr Menschen befördert habe als im Zertifikat für die Ausrüstung von Frachtschiffen angegeben. Die Organisation wies dies zurück. Bei Rettungseinsätzen komme es vor, dass die "Ocean Viking" tatsächlich eine größere Zahl von Menschen aufnehme als in den Papieren des Schiffes angegeben sei. Diese als "Passagiere" zu definieren, wie die italienischen Behörden dies getan hätten, sei jedoch falsch. Vielmehr handele sich um bei Seenotfällen Gerettete.

"Es ist offensichtlich, dass die italienischen Behörden in den vergangenen Monaten angebliche Sicherheitsmängel vorgeschoben haben, um die zivilen Rettungsschiffe vom Mittelmeer zu verdrängen", erklärte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland. Durch die Festsetzung der "Ocean Viking" sei aktuell kein ziviles Rettungsschiff mehr im zentralen Mittelmeer im Einsatz, kritisierte sie.

Quelle: ntv.de, nan/AFP