Politik

Fahrt nach Tripolis Italienisches Schiff bringt Migranten zurück

RTS1EULQ.jpg

Das Schiff einer Bohrinsel soll die Flüchtlinge zurück nach Libyen gebracht haben.

(Foto: REUTERS)

Ein italienisches Schiff soll mehr als 100 gerettete Flüchtlinge zurück nach Libyen gebracht haben. Die UN prüfen den Fall. Es könnte internationales Recht verletzt worden sein. "Libyen ist kein sicherer Hafen", so das UN-Flüchtlingshilfswerk.

Ein italienisches Schiff hat Medienberichten zufolge im Mittelmeer gerettete Migranten zurück nach Libyen gebracht. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erklärte, die Informationen in dem Fall würden geprüft. "Libyen ist kein sicherer Hafen und diese Handlung könnte internationales Recht verletzt haben."

Bei dem Schiff soll es sich um den Schlepper "Asso Ventotto" handeln, der bei einer Ölplattform im Mittelmeer arbeite. Ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bestätigte, dass die "Asso Ventotto" nach Libyen gefahren sei. Auch das Portal Marinetraffic.com gibt an, dass das Schiff derzeit in Tripolis liege. Die Einzelheiten zur Rettung der 108 Migranten seien aber noch unklar.

Libyen hatte Ende Juni eine eigene Such- und Rettungszone eingerichtet, die sich auch auf internationale Gewässer erstreckt. Dort ist nun die Rettungsleitstelle des Bürgerkriegslandes für die Koordination von Einsätzen zuständig und weist Schiffen einen Hafen zu. Sie kann dies aber an eine andere Leitstelle abtreten.

Italiens Innenminister Matteo Salvini schrieb auf Facebook: "Die libysche Küstenwache hat in den vergangenen Stunden 611 Migranten gerettet und zurückgebracht. Die NGOs protestieren und die Schlepper verlieren ihr Geschäft? Gut so, wir werden so weitermachen!" Die italienische Küstenwache habe die Rettungseinsätze weder koordiniert noch daran teilgenommen. 

Italien war 2012 wegen der Abschiebung von im Mittelmeer geretteten Afrikanern nach Libyen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden. Mit der Rückführung habe Italien diese Menschen der Gefahr unmenschlicher Behandlung ausgesetzt, hieß es in dem EGMR-Urteil.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa