Politik

Behörden kassieren Millionen ein Architekt von "Putins Palast" bangt um Vermögen

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Ein Screenshot aus dem von Nawalny veröffentlichten Enthüllungsvideo zeigt das riesige Anwesen.

(Foto: dpa)

Vieles deutet darauf hin, dass Präsident Putin ein riesiges Luxusanwesen am Schwarzen Meer besitzt. Der italienische Architekt des Palastes lebt seit Jahren in Russland und scheint ein beträchtliches Vermögen angehäuft zu haben. Nun schlägt Italiens Steuerfahndung zu.

Die italienische Steuerpolizei hat Vermögenswerte im Wert von mehr als 141 Millionen Euro bei einem Architekten beschlagnahmt, der "Putins Palast" am Schwarzen Meer entworfen hat. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, teilt die Steuerpolizei mit, das Vermögen eines "bekannten Fachmanns" in der norditalienischen Stadt Brescia wegen angeblicher Steuervergehen beschlagnahmt zu haben.

Das Vermögen soll Lanfranco Cirillo gehören. Dieser hatte ein gigantisches Anwesen am Schwarzen Meer in Russland entworfen, das als "Putins Palast" bekannt wurde. Ein Anwalt von Cirillo bestätigte, dass das Vermögen seines Mandanten beschlagnahmt wurde, erklärt jedoch, dieser habe sich keines Fehlverhaltens in Bezug auf italienische Steuern schuldig gemacht. Sein Mandant lebe seit vielen Jahren in Russland und habe 2014 die russische Staatsbürgerschaft erhalten.

"Der Architekt, der sich in Moskau aufhält, ist sehr enttäuscht über die Tatsache, dass der Kauf einiger prestigeträchtiger Immobilien und Kunstwerke in Italien und die Versorgung seiner Frau und Tochter als Argument dafür benutzt werden, dass er seinen Umzug ins Ausland vorgetäuscht hat", sagte Anwalt Stefano Lojacono in einer Erklärung. Nach Angaben der Steuerpolizei in Brescia wurden unter anderem ein Hubschrauber, Luxusimmobilien, Bargeld, Juwelen und bedeutende Kunstwerke beschlagnahmt.

Präsident Putin hat jegliche Verbindung zu dem Luxusanwesen am Schwarzen Meer bestritten. Das Thema tauchte Anfang 2021 erneut auf, als der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny in einem Online-Video behauptete, Putin sei der eigentliche Eigentümer.

In einem Interview mit dem italienischen Fernsehen im April sagte Cirillo, er habe das Gebäude zwar entworfen, es sei aber von einer privaten Gruppe in Auftrag gegeben worden. Er selbst habe keine Beziehungen zu Putin gehabt. "Es ist verrückt zu glauben, dass es der Präsident eines so wichtigen Landes nötig hat, einen Palast für sich selbst zu bauen", sagte Cirillo in dem Interview mit dem italienischen Sender La7.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 04. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mdi

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