Politik
Schlagwort mit Tradition: Besonders im Nationalsozialismus hatte der Begriff Konjunktur.
Schlagwort mit Tradition: Besonders im Nationalsozialismus hatte der Begriff Konjunktur.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 31. Oktober 2015

Vertrauen in Medien: Jeder Fünfte spricht von "Lügenpresse"

Das Vertrauen in die deutsche Medienlandschaft ist divers: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schneidet gut ab, der Boulevardpresse glaubt kaum jemand. Und überraschend einig sind sich zumindest 20 Prozent im Vorwurf der "Lügenpresse".

20 Prozent der Bundesbürger halten die Medien in Deutschland einer Umfrage zufolge für "Lügenpresse". Sie gaben an, den Begriff benutzen, wenn sie an Zeitungen, Radio und Fernsehen denken. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für den Westdeutschen Rundfunk hervor. 72 Prozent und damit fast drei Viertel der Befragten, teilen den Vorwurf der "Lügenpresse" - der vor allem bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden zu hören ist - allerdings nicht. Befragt wurden 750 Bundesbürger.

Nur gut die Hälfte hält die Informationen in den deutschen Medien alles in allem für glaubwürdig. Rund 42 Prozent haben Zweifel an der Glaubwürdigkeit. Der Grad an Vertrauen in die unterschiedlichen Medien ist allerdings höchst unterschiedlich. Die höchste Glaubwürdigkeit bei 77 Prozent der Befragten genießt demnach der öffentlich-rechtliche Rundfunk - doch nur 8 Prozent nannten ihn als häufigste Informationsquelle zum politischen Geschehen.

An zweiter Stelle folgte in Sachen Glaubwürdigkeit mit 71 Prozent das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das aber nur von etwa einem Drittel der Befragten als Hauptinformationsquelle genutzt wird. Das Privatfernsehen hielten der Umfrage zufolge nur 31 Prozent für glaubwürdig.Mit 68 Prozent halten mehr als zwei Drittel der Befragten Tageszeitungen für glaubwürdig. Das Internet ist dagegen nur für knapp jeden Dritten ein glaubwürdiges Medium.

Die Hälfte derjenigen, die deutsche Medien als "Lügenpresse" bezeichnen, würde außerdem AfD wählen, wenn am kommenden Sonntag Wahlen stattfänden.

Quelle: n-tv.de