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Wie in jedem Krieg sind es auch im Jemen die Kinder, die am meisten zu leiden haben.
Wie in jedem Krieg sind es auch im Jemen die Kinder, die am meisten zu leiden haben.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 18. November 2015

Unicef schlägt Alarm: Jemens Kinder leiden Hunger

Seit mehr als einem Jahr liefern sich schiitische Huthi-Rebellen einen blutigen Bürgerkrieg mit den Regierungstruppen von Präsident Hadi und seinen saudischen Verbündeten. Am meisten leiden darunter die Kinder: Mehr als 500.000 haben nicht genug zu essen.

Wegen der Kämpfe im Jemen sind nach UN-Angaben mehr als eine halbe Million Kleinkinder von einer schweren Unterernährung bedroht. Bei mehr als 500.000 Kindern unter fünf Jahren im Jemen bestehe das Risiko einer lebensbedrohlichen Unterernährung, sagte Unicef-Direktor Anthony Lake in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in New York. Dadurch werde die Zahl unterentwickelter Kinder wahrscheinlich steigen.

Die Unterernährung "bedeutet, dass die Kinder nicht ihre volle Körpergröße erreichen, aber auch, dass ihre kognitiven Fähigkeiten betroffen sind, was eine Last für die gesamte Gesellschaft ist", sagte der Unicef-Chef.

Lake machte den schwierigen Zugang für humanitäre Hilfe für die dramatische Ernährungssituation im Jemen verantwortlich. Hilfslieferungen durch Unicef und andere Organisationen würden stark eingeschränkt. "Die Lage wird immer schlimmer", sagte Lake. "Was wir dringend brauchen, ist eine politische Lösung."

Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Seitdem wurden nach UN-Angaben mehr als 5000 Menschen getötet, mehr als die Hälfte davon Zivilisten. Rund 25.000 Menschen wurden verletzt. 80 Prozent der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Quelle: n-tv.de