Politik

Trumps Einfluss auf MedienJimmy Kimmel zeigt Demokraten-Gespräch nach Behörden-Druck nicht im TV

10.09.2026, 17:08 Uhr
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Kimmel begründet die Absage der Fernseh-Ausstrahlung des Interviews mit "ungewöhnlichen Umständen". (Foto: picture alliance/dpa/Disney)

Erneut zieht ein TV-Moderator in den USA Konsequenzen aus Schwierigkeiten mit der US-Medienaufsichtsbehörde FCC: Moderator Jimmy Kimmel will ein Gespräch mit dem Demokraten James Talarico nicht im Fernsehen zeigen. Zuvor soll es Drohungen durch die FCC gegeben haben.

Wegen Ärgers mit der US-Telekommunikationsaufsicht will der Trump-kritische US-Moderator Jimmy Kimmel ein Politikerinterview nur im Internet zeigen. Sein für den Abend geplantes Gespräch mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico aus Texas werde aufgrund "ungewöhnlicher Umstände" nicht beim Sender ABC ausgestrahlt, sondern über den Youtube-Kanal von "Jimmy Kimmel Live", kündigte der Moderator in seiner Show am gestrigen Mittwoch (Ortszeit) an.

Die Medienaufsichtsbehörde FCC habe ihn, seine Show, ABC sowie deren Partnersender und lokale Stationen bedroht, erklärte Kimmel - "auf Grundlage einfacher, traditionell redaktioneller Entscheidungen, Gastbuchungen, die man dort nicht zu mögen scheint." Die Entscheidung sei aus Rücksicht auf die örtlichen Sendestationen getroffen worden. Die FCC äußerte sich bisher nicht dazu.

Ähnlich hatte es laut der "New York Times" der TV-Moderator Stephen Colbert im Februar gehandhabt, als er einen Auftritt Talaricos in seiner normalerweise beim Sender CBS ausgestrahlten "Late Show" nur auf Youtube gezeigt hatte. Hintergrund ist laut "New York Times" eine FCC-Richtlinie vom Januar, der zufolge in Lokalsendern ausgestrahlte unterhaltungsorientierte Talkshows verpflichtet seien, Politikern, die für dasselbe Amt kandidierten, dieselbe Menge an Sendezeit anzubieten.

FCC als Trump-Instrument?

Bereits im Frühjahr hatte die FCC nach einem Auftritt Talaricos in der ABC-Sendung "The View" dem Sender vorgeworfen, damit gegen die Gleichbehandlungspflicht verstoßen zu haben. Kritiker sahen darin den Versuch, die Pressefreiheit einzuschränken und die Berichterstattung vor den Kongresswahlen im Herbst zu beeinflussen.

Eigentlich hat die FCC als Vergeber von Lizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA eine traditionell neutrale Rolle inne. Doch US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit seinen loyalen Verbündeten Brendan Carr zum Chef bestimmt. Seither wird die staatliche Stelle laut Kritikern zusehends zum Instrument von Trumps Agenda, etwa, indem sie Sendern wegen Programmentscheidungen mit dem Entzug ihrer Lizenzen droht.

Der Demokrat Talarico liefert sich in Texas ein knappes Rennen um einen Senatssitz mit dem republikanischen Kandidaten und Trump-Schützling Ken Paxton. Für die Demokraten, die seit mehr als drei Jahrzehnten keinen Senator mehr aus dem Bundesstaat gestellt haben, wäre ein Sieg historisch.

Quelle: ntv.de, psa/dpa

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