Politik

Ex-Brexit-Minister gescheitert Johnson führt Bewerberfeld souverän an

In einem mehrstufigen Verfahren suchen die britischen Tories nach einem Nachfolger für die zurückgetretene Parteichefin und Premierministerin May. Weiter spricht alles für den früheren Außenminister Johnson. Dagegen muss ein anderer prominenter Bewerber die Segel streichen.

Im Rennen um das Amt des konservativen Parteichefs und künftigen Premierministers hat der britische Ex-Außenminister Boris Johnson einen weiteren Erfolg errungen. Der 54-Jährige erhielt 126 der 313 Stimmen aus der Tory-Fraktion und zieht damit als haushoher Favorit in die nächste Wahlrunde am morgigen Mittwoch.

Ebenfalls eine Runde weiter sind Außenminister Jeremy Hunt, Umweltminister Michael Gove, Innenminister Sajid Javid sowie Überraschungskandidat Rory Stewart. Ex-Brexit-Minister Dominic Raab verfehlte dagegen die Hürde von 33 Stimmen.

Johnson muss sich nun am Abend in einer TV-Debatte im BBC-Fernsehen den anderen Kandidaten stellen. Bisher hatte sich der für seine verbalen Fehltritte berüchtigte Johnson auffällig zurückgehalten. Er gilt jedoch als kaum noch zu schlagen. Gefährlich werden könnte ihm Spekulationen zufolge allenfalls noch Stewart, der sich als Stimme der Vernunft und Kandidat der Mitte positioniert hat.

Johnson war einer der Wortführer für den Brexit vor der Volksabstimmung im Jahr 2016. Die Briten hatten sich damals mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt ausgesprochen.

Bis Donnerstag soll die Zahl der Bewerber in weiteren Wahlrunden, bei denen jeweils der Letztplatzierte rausfliegt, von der Fraktion auf zwei reduziert werden. Wer von den beiden Parteichef und damit Premierminister wird, sollen dann die rund 160.000 konservativen Parteimitglieder entscheiden. Umfragen zufolge ist Johnson an der Basis unangefochtener Spitzenreiter. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Tories abgewendet haben, zurückzugewinnen. Bis zur Woche vom 22. Juli soll feststehen, wer neuer Regierungschef in Großbritannien wird.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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