Politik

Hochwasser belastet Briten Johnson schlägt Welle des Zorns entgegen

74411d3c02c6a50405baa5403e99de8c.jpg

Johnson machte sich in Stainforth Doncaster, ein Bild von der aktuellen Hochwassersituation.

(Foto: REUTERS)

"Du hast dir Zeit gelassen, was Boris?" Mit diesen Worten wird der britische Premierminister Johnson im Norden Englands begrüßt. Die Menschen fühlen sich angesichts massiver Überschwemmungen offensichtlich im Stich gelassen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich bei einem Besuch in einem Hochwassergebiet im Norden Englands schwere Vorwürfe anhören müssen. Seit Tagen stehen ganze Landstriche in Teilen des Landes unter Wasser. Für Johnson, der mitten im Wahlkampf steckt, wird die Situation immer mehr zur Belastung. Am 12. Dezember sollen die Briten ein neues Parlament wählen.

*Datenschutz

In einem Dorf in North Yorkshire wies eine Frau, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt war, das Gesprächsangebot Johnsons barsch ab: "Sie haben uns bisher nicht geholfen. Ich weiß nicht, wozu Sie heute hier sind", sagte sie und ließ Johnson einfach stehen, wie auf einem Video des Nachrichtensenders Sky News zu sehen war. Ein Mann rief ihm entgegen: "Du hast dir Zeit gelassen, was Boris?"

Von den Überschwemmungen sind vor allem der Nordosten und die Midlands betroffen. Ganze Dörfer sind dort von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Doch auch in anderen Teilen des Landes besteht Hochwassergefahr. Für Donnerstag ist neuer Regen angesagt. Teilweise waren Soldaten im Einsatz, um Dämme mit Sandsäcken zu verstärken.

Erst am Dienstag hatte Johnson wegen der Situation den nationalen Krisenstab Cobra einberufen - nachdem ihm Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei vorgeworfen hatte, nicht genug zu unternehmen. Unterstützt wird Großbritannien von der EU. Auf Bitten der britischen Behörden wurde das Copernicus-Erdbeobachtungsprogramm aktiviert, um Satellitenbilder der überfluteten Region zu machen, wie eine EU-Kommissionssprecherin in Brüssel mitteilte. Die Kommission sei bereit, weitere Hilfe zu leisten. Bislang habe es aber dazu keine Anfrage gegeben.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema