Politik

Von Schottland nach Nordirland Johnson will gigantische Brücke bauen

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Boris Johnson: Geht er unter die Brückenbauer?

(Foto: imago images/PA Images)

Der Brexit lässt Unabhängigkeitsbestrebungen in Großbritannien aufleben. Könnte eine Brücke die Verbindung zwischen den Landesteilen stärken? Premier Johnson zumindest kann sich offenbar eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland gut vorstellen. Die würde aber Milliarden Euro kosten.

Nach dem Vollzug des Brexits liebäugelt Boris Johnson offenbar mit einem neuen Großprojekt: Der britische Premierminister setzt sich nach Angaben seines Sprechers für eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland ein. Eine Prüfung sei "im Gange", hieß es im Regierungssitz Downing Street. Die Idee einer Brücke vom britischen Festland zum nordirischen Landesteil gibt es schon seit Jahren, hat aber unter Johnson - einem Liebhaber großer Infrastrukturprojekte - neuen Auftrieb erhalten.

Befürworter sehen in der Brücke eine Möglichkeit, die Beziehung der Landesteile zu stärken, die durch den Brexit belastet wird. Kritiker stellen jedoch die Machbarkeit des Projekts angesichts des tiefen Wassers und des in der Meeresstraße herrschenden Windes infrage.

Die Meerenge ist an der engsten Stelle 19 Kilometer breit. In einem Bericht der britischen "Sun" war eine Brücke zwischen dem schottischen Portpatrick und dem nordirischen Larne abgebildet. Als Vorbild soll den Ingenieuren demnach die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden dienen.

Eine weitere Frage ist die nach den Ausgaben für ein solches Mega-Projekt. 2007 schätzte das Centre for Cross Border Studies die Kosten einer Brücke zwischen den Inseln auf 4,1 Milliarden Euro. Nun könnten es laut Experten mindestens 17 bis 23 Milliarden Euro sein.

Johnson ist für seine Vorliebe für große Infrastrukturprojekte bekannt. Als Londoner Bürgermeister wollte er eine neue Brücke über die Themse bauen. Das Projekt scheiterte letztlich an den hohen Kosten von rund 63 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, mli/AFP