Politik

Italiener gegen Freilassung Justiz legt Berufung im Fall Rackete ein

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Mit der Aufhebung des Hausarrests von Carola Rackete gibt sich die italienische Justiz nicht zufrieden.

(Foto: REUTERS)

Ende Juni steuert Carola Rackete ein Schiff mit Dutzenden Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa. Dafür wird sie festgenommen und unter Hausarrest gestellt, später wird dieser aufgehoben. Nun prüft Italiens oberstes Gericht, ob dies rechtens war.

Die Staatsanwaltschaft in Italien hat Berufung gegen die Freilassung von Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete eingelegt. Die Behörde im sizilianischen Agrigent habe diese beim Kassationsgericht in Rom - Italiens oberstem Gericht - eingereicht, berichteten italienische Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Racketes Anwalt bestätigte dies. Die Berufung sei unabhängig von der Vernehmung der Deutschen, die für diesen Donnerstag in Agrigent angesetzt ist.

Sea-Watch hatte damit gerechnet, dass die Staatsanwaltschaft in Berufung geht. Am Montag hatte sich Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer bereits zuversichtlich gezeigt, dass das Kassationsgericht das Urteil zur Freilassung am Ende bestätigt. Zudem sagte Neugebauer, es sei unwahrscheinlich, dass Rackete wieder festgenommen werde.

Die Kapitänin war am 29. Juni unerlaubt mit 40 Migranten an Bord in den Hafen von Lampedusa gefahren. Danach wurde die 31-Jährige aus Niedersachsen festgenommen und unter Hausarrest gestellt. Diesen hob eine Ermittlungsrichterin in Agrigent jedoch wieder auf. Gegen Rackete wird weiter wegen Beihilfe illegaler Einwanderung sowie Widerstands gegen ein Kriegsschiff ermittelt. Deshalb wird sie am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft in Agrigent verhört.

Quelle: ntv.de, kpi/dpa