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Heimliche Fotos unter Röcke Justizministerin will Upskirting bestrafen

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Wer unter Röcke fotografiert, soll künftig bestraft werden können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer Frauen heimlich unter den Rock oder das Kleid fotografiert, kann dafür bislang nicht bestraft werden. Das soll sich jetzt ändern. Justizministerin Lambrecht will das sogenannte Upskirting per Gesetz verbieten. Solch "demütigendes und herabwürdigendes Verhalten" sei absolut inakzeptabel.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will das heimliche Fotografieren unter Röcke und Kleider per Gesetz unter Strafe stellen. "Wer Frauen und Mädchen heimlich unter den Rock fotografiert, greift massiv in ihre Intimsphäre und ihr Persönlichkeitsrecht ein", sagte die SPD-Politikerin dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Sogenanntes Upskirting weiterhin höchstens als Ordnungswidrigkeit zu ahnden, biete keinen effektiven Schutz und mache Tätern nicht klar, dass ihr "demütigendes und herabwürdigendes Verhalten" absolut inakzeptabel sei.

Lambrecht hat sich deshalb eine Änderung des Strafgesetzbuchs vorgenommen. "Aktuell erarbeiten wir Vorschläge, wie eine solche Strafnorm aussehen kann, und wollen das zügig umsetzen", sagte sie. Mitte August hatte Rheinland-Pfalz eine entsprechende Initiative im Bundesrat in Aussicht gestellt. Zuvor hatten Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, einen Gesetzentwurf für eine Initiative der Länderkammer zum Upskirting vorzubereiten. Auch Schleswig-Holstein wollte sich daran beteiligen.

Verbot bereits in England und Wales

Bislang sind solche Aufnahmen in der Regel nicht strafbar - es sei denn, das Opfer hält sich in einer Wohnung auf und die Aufnahmen verletzen den höchstpersönlichen Lebensbereich. Zwei junge Frauen hatten schon vor Wochen eine Online-Petition gestartet, um Upskirting unter Strafe zu stellen. Bislang haben sich fast 90.000 Unterzeichner ihrer Initiative angeschlossen. Anlass für die Petition war eine Gesetzesänderung in England und Wales im April. Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss dort künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen.

Die Initiatorinnen der deutschen Petition begründen ihre Forderungen damit, dass die voyeuristischen Fotografien "häufig auf Pornoseiten und anderen Onlineplattformen" landeten. Oft seien die Frauen darauf identifizierbar. Sie kritisieren, dass es bisher grundsätzlich nur unter Strafe stehe, die Aufnahmen zu verbreiten und betonte, dass derlei "Übergriffe sexualisierter Gewalt" bei Frauen "tiefe Spuren" hinterlassen können.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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