Politik

Abfangjäger mit "Kinschals" Kreml verlegt Hyperschallraketen nach Kaliningrad

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Eine MIG-31 ausgerüstet mit einer "Kinschal"-Rakete.

(Foto: Wikipedia / The Presidential Press and Information Office)

Wegen der EU-Sanktionen beschränkt Litauen im Juni den russischen Warenverkehr nach Kaliningrad. Moskau reagiert mit Drohungen und Protesten. Nun verlegt der Kreml drei Kampfjets in die Ostsee-Exklave. Ausgerüstet sind die Flieger mit schwer abzufangenden Hyperschallraketen.

Russland hat drei mit Hyperschallraketen bestückte Kampfflugzeuge in Kaliningrad stationiert. Die Flugzeuge des Typs MIG-31i mit "Kinschal"-Raketen seien auf dem Stützpunkt Schkalowsk in Kaliningrad untergebracht worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Sie bildeten dort eine Kampfeinheit, die "rund um die Uhr einsatzbereit" sei.

Die "Kinshal" ist eine der furchterregendsten Neuzugänge der russischen Luftwaffe. Die etwa acht Meter langen Raketen fliegen extrem schnell und extrem hoch, bleiben dabei nach russischen Angaben aber manövrierfähig. Sie sind nach Einschätzung der NATO mit herkömmlicher Flug- oder Raketenabwehr kaum abzufangen.

Beim Start von einer MiG-31 hat das Waffensystem nach russischen Angaben eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Die "Kinschal" kann mit bis zu 480 Kilogramm Sprengstoff oder einem nuklearen Sprengkopf ausgerüstet werden. Nach Angaben Moskaus wurden die Raketen bereits im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt.

Die Ostsee-Exklave Kaliningrad um das ehemalige Königsberg liegt zwischen Litauen und Polen und besitzt keine direkte Landverbindung nach Russland. Sie ist nur etwa 500 Kilometer von Berlin, aber mehr als 1000 Kilometer von Moskau entfernt. EU-Mitglied Litauen hatte Mitte Juni den Transport von mit Sanktionen belegten Waren aus Russland nach Kaliningrad unterbunden.

Nach Protesten und Drohungen aus Moskau erstellte die EU-Kommission neue Leitlinien für den Transitverkehr nach Kaliningrad. Russland darf jetzt auf der Sanktionsliste stehende zivile Güter wieder ohne große Einschränkungen per Bahn durch Litauen bringen. Den Leitlinien zufolge muss dies in den bislang üblichen Mengen erfolgen.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

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