Politik

Neuer Fall mysteriöser Krankheit Kanada zieht Diplomaten aus Kuba ab

AP_18107558560351.jpg

Ein Mann läuft an der kanadischen Botschaft in Havanna vorbei.

AP

Seit mehr als zwei Jahren klagen US-amerikanische und kanadische Diplomaten auf Kuba über rätselhafte "Akustik-Attacken". Die genaue Ursache ist bis heute unklar, aber nach Wochen der Ruhe erkrankt nun erneut ein kanadischer Diplomat.

Kanada hat die Hälfte seiner Mitarbeiter aus der Botschaft auf Kuba abgezogen. Laut dem kanadischen Außenministerium ist bei einem weiteren Diplomaten in Havanna eine rätselhafte Erkrankung aufgetreten. "Die Gesundheit und Sicherheit unseres diplomatischen Personals und seiner Familien bleiben unsere Priorität", teilt die kanadische Regierung mit. Dem kanadischen Sender CBC zufolge bleiben nur 8 der 16 Mitarbeiter in der Botschaft.

US-amerikanische und kanadische Diplomaten in Kuba klagen seit mehr als zwei Jahren über mysteriöse Beschwerden. Sie leiden an starken Kopfschmerzen, Hörverlust, Sehproblemen, Gleichgewichtsstörungen oder Schwindelgefühl. Von dem neuen Fall sind 14 kanadische Botschaftsmitarbeiter oder deren Partner betroffen und 25 US-Bürger.

Die Ursache für die Beschwerden ist noch immer nicht eindeutig geklärt. Die US-Regierung hatte ursprünglich die kubanische Führung für die rätselhaften Erkrankungen verantwortlich gemacht, konnte aber nie Beweise für diese Behauptung vorlegen. US-amerikanische und britische Biologen hatten Anfang des Jahres überraschend eine karibische Grillenart für die vermeintlichen "Akustik-Attacken" als Verursacher ausgemacht. Ähnliche Fälle sind allerdings auch bei US-Diplomaten in China aufgetreten.

Kuba reagiert verärgert

Aufgrund der Krankheitsfälle hatte Kanada seine Vertretung in Havanna bereits im April 2018 zu einem Ort erklärt, an den Diplomaten ohne Angehörige entsandt werden. Das kam de facto einem Abzug der Familienangehörigen gleich. Im Dezember stellte es die kanadische Regierung ihren Botschaftsmitarbeitern frei, Kuba zu verlassen und nach Hause zurückzukehren. Auch die US-Botschaft in Havanna arbeitet seit März 2018 mit einer Minimal-Besetzung.

Kuba reagierte verärgert auf die Entscheidung Kanadas. Die gemeldeten Symptome seien "unterschiedlich" und ihr gemeinsamer Nenner sei, dass sie "schwer mit technischen Mitteln zu messen" seien, sagte die kubanische Botschafterin Josefina Vidal in Ottawa. Kuba werde seine Bemühungen um einen "guten Zustand der bilateralen Beziehungen" mit Kanada fortsetzen. Auch Kanadas Botschaft sprach von einer "positiven und konstruktiven Beziehung zu Kuba."

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

Mehr zum Thema