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Bei zweiter Corona-Welle Lauterbach schließt erneute Schulschließungen aus

Karl Lauterbach. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Karl Lauterbach sieht die schnelle Rückkehr zur Normalität kritisch.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild)

Auf der einen Seite müssen die Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig lernen. Auf der anderen Seite dürfen Schulen nicht zu Infektionsherden werden. Karl Lauterbach fordert, jetzt schnell Konzepte für einen neuen "Normalmodus" zu erarbeiten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für ausgeschlossen, dass Deutschland noch einmal flächendeckend den Präsenzunterricht einstellt. "Ich bin nicht der Meinung, dass wir im Herbst die Schulen noch einmal so schließen können, wie wir es gemacht haben in der ersten Welle. Das, glaube ich, können wir uns kein zweites Mal leisten", sagte Lauterbach ntv.

Gerade deswegen müsse nun aber alles getan werden, um neue Corona-Ausbrüche zu verhindern und einen Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden, fügte Lauterbach hinzu. Denn andernfalls könne es sehr schnell wieder zu Schulausfällen und zur Quarantäne ganzer Klassen, möglicherweise ganzer Schulen kommen. Alle Bundesländer müssten daher die Sommerferien nutzen, um Konzepte zu erstellen, damit erneute Schulausfälle vermieden werden. Ausdrücklich warnte Lauterbach davor, einfach den Unterricht wieder so zu gestalten wie vor der Corona-Pandemie. "30 Kinder in einer Klasse und nah beieinander", das könne er sich jedenfalls nicht vorstellen, sagte Lauterbach.

Gleichzeitig mit der Frage, wie der Unterricht an den Schulen aussieht, müssten zudem jetzt gute Strategien entwickelt werden, wie qualitativ hochwertiger Unterricht auch zu Hause aussehe. "Also nicht - wie das jetzt in der letzten Runde gewesen ist - einfach ein paar Aufgaben benennen und ein paar Übungsblätter fotokopieren", sagte der ausgebildete Epidemiologe. Das, was die Unternehmen sehr gut hinbekommen hätten, den Schwenk hin zum Homeoffice und digitalen Arbeiten, habe im Bereich Schule nicht so gut geklappt. Es sei schade, dass es bislang ausgerechnet für die Schüler nicht gelungen sei, ein gutes Schutzkonzept zu entwerfen. "Vielleicht haben wir da nicht die richtigen Prioritäten bislang gehabt", so Lauterbach.

"Normaler" Unterricht nach den Sommerferien

Lauterbachs Wunsch nach einem modifizierten Präsenzunterricht könnte zu spät kommen. Die Kultusminister der Bundesländer hatten sich bereits Mitte Juni darauf verständigt, die Rückkehr zum Regelbetrieb ohne Abstandsregel nach den Ferien anzustreben - mit der Einschränkung: "sofern es das Infektionsgeschehen zulässt."

Auch zahlreiche Bundesländer wie Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Berlin haben angekündigt, nach den Sommerferien weitgehend wieder in den Modus vor der Corona-Krise zurückzukehren. Allerdings arbeiten sämtliche Kultusministerien daran, einen Plan B in der Schublade zu haben, sollte es zu größeren Infektionsausbrüchen kommen.

Quelle: ntv.de, tar

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