Politik

TK-Chef dringt auf Reform Kassenbeiträge könnten steigen

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Gesetzlich Versicherte werden wohl mit steigenden Beiträgen rechnen müssen.

(Foto: picture alliance / Bernd Weissbr)

Der Chef der größten gesetzlichen Krankenkasse klagt über steigende Kosten. Deswegen müsse die Politik dringend den Finanzausgleich reformieren. Denn auch wenn die Beiträge noch sprudeln: Die "richtig guten Jahre" seien vorbei.

Die Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte werden womöglich in Zukunft wieder ansteigen. "Auch in der Krankenversicherung sind die richtig guten Jahre wohl vorbei", sagte der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Bei sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben werden die Krankenkassen ihre heutigen Beitragssätze auf Dauer nicht halten können."

Die gesetzliche Krankenversicherung müsse die Kosten der Reformen aus der laufenden und der vorangegangenen Wahlperiode verkraften, die sich auf 10 bis 15 Milliarden Euro jährlich summierten, erklärte der Chef von Deutschlands größter gesetzlicher Krankenkasse. Bisher habe dies durch die gute Beschäftigungslage und die starke Zuwanderung aufgefangen werden können. "Aber darauf können wir uns langfristig nicht stützen."

Baas forderte Gesundheitsminister Jens Spahn auf, die geplante Reform des Finanzausgleichs zwischen den Kassen umzusetzen. "Kommt die Finanzreform nicht oder nur unvollständig, besteht die Gefahr, dass schon bald Kassen in die Pleite schlittern", warnte der Krankenkassen-Chef. 

Er mahnte zudem umfangreiche Reformen an, um vor allem die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern. "Wir benötigen endlich einen gesamtdeutschen Masterplan, um die medizinische Versorgung auch auf dem Land sicherzustellen, heute und vor allem für die Zukunft", sagte Baas. Die Politik habe sich jahrelang "im Klein-Klein verloren".

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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