Politik

Trotz Anschlägen in Paris Kaum mehr Zulauf für Pegida-Marsch

Bescheren die Anschläge von Paris der Pegida-Bewegung neuen Zulauf? Das war die Frage vor dem neuerlichen Marsch der Dresdner Gruppierung. Nun ist klar: Dem ist nicht so.

Drei Tage nach den Anschlägen in Paris hat die fremdenfeindliche und antiislamische Pegida-Bewegung in Dresden offenbar kaum mehr Zulauf bekommen. Nach ersten Schätzungen der Studenteninitiative "Durchgezählt" kamen zu der Pegida-Kundgebung am Montagabend 9000 bis 12.000 Menschen. Vor einer Woche hatte Pegida zwar nur 8500 Anhänger auf die Straße gebracht, in den letzten drei Wochen lag die Zahl der Teilnehmer aber stets zwischen 8000 und 12.000.

Zum Beginn der Kundgebung vor der Semperoper legten die Demonstranten eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge in Paris ein. Einige Demonstranten trugen französische Fahnen mit Trauerflor. Es waren Plakate zu sehen mit Aufschriften wie "Je suis Paris", aber auch "Gestern in Paris - morgen in Deutschland".

Pegida-Mitorganisator Siegfried Däbritz sagte, die Anschläge seien "das Ergebnis einer Einwanderungspolitik, die Menschen mit völlig unterschiedlicher Kultur" und Werten "eingeladen" habe. Irgendwann werde es auch in Deutschland zu einem Anschlag kommen. Er forderte die Politik auf, die Grenzen zu schließen, die eingereisten Flüchtlinge erkennungsdienstlich zu erfassen und alle Unterkünfte "auf den Kopf" zu stellen.

Einst 25.000 Teilnehmer

Dresdner Initiativen hatten Pegida zuvor gewarnt, die islamistischen Anschläge von Paris für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen. Das Bündnis "Dresden für alle" erklärte am Wochenende, solche Taten dürften "nicht instrumentalisiert und zur Legitimation von Hass benutzt werden". Die Initiative "Dresden nazifrei" warf Pegida vor, die Terroranschläge von Paris "für sich zu nutzen".

Bereits nach dem Anschlag auf die französische Satierezeitschrift "Charlie Hebdo" hatte Pegida im Januar zu einem "Trauermarsch" aufgerufen, was damals viele Menschen empörte. Zahlreiche deutsche Spitzenpolitiker warfen Pegida vor, die Anschläge für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen. Die Pegida-Bewegung brachte damals rund 25.000 Anhänger auf die Straße, so viele wie nie.

In Paris hatten am Freitagabend Islamisten mit Sturmgewehren und Sprengsätzen unter anderem Besucher der Konzerthalle Bataclan und mehrere Lokale angegriffen und dabei 129 Menschen getötet sowie 352 weitere verletzt. Auch vor dem Stade de France im Pariser Vorort St. Denis wurden während eines Freundschaftsspiels zwischen den Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland Sprengsätze gezündet.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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