Auf der Krim wird Benzin knappKiew: Pumpstation für Pipeline nach Belarus getroffen
Nach mehr als vier Jahren der Vollinvasion bekommt Russland den Krieg voll zu spüren. Wieder einmal gelingen der Ukraine Treffer im Hinterland, wie russische Behörden eingestehen. Und auf der besetzten Krim leiden nun auch Autofahrer unter den Angriffen.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Energieanlagen fortgesetzt und dabei nach eigenen Angaben auch eine Pumpstation für eine Ölpipeline von Sibirien nach Belarus getroffen. Es handele sich um die Pumpstation Lasarewo in der Region Kirow, teilte der ukrainische Generalstab auf Telegram mit. Der Gouverneur der Region Kirow, Alexander Sokolow, berichtete von einer Drohnenattacke auf eine Anlage, nannte aber keine Details. Kirow liegt nordöstlich von Moskau und rund 1300 Kilometer von den ukrainisch kontrollierten Gebieten entfernt.
In der Nacht sei auch eine Ölraffinerie in der Region Saratow attackiert worden. Dies habe einen Großbrand ausgelöst. Der Gouverneur der Region Saratow, Roman Busargin, sprach von Schäden an "ziviler Infrastruktur". Einzelheiten ließ er offen. Die Attacke hat wohl schwere Folgen, den im Netz kursierenden Bildern nach zu urteilen. Die Region an der Wolga verfügt über mehrere Ölraffinerien und war bereits wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. Die Raffinerie in Saratow gehört zum staatlichen Ölkonzern Rosneft, der unter der Leitung von Igor Setschin steht, einem engen Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin.
Auch die Gouverneure der an die Ukraine grenzenden Regionen Rostow, Woronesch und Belgorod meldeten Angriffe. In Belgorod seien drei Zivilisten verletzt worden. In der Region Rostow brach nach einem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager ein Großbrand aus. Die Ukraine bestätigte den Angriff. Der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar, bestätigte auf Telegram ebenfalls den Brand eines Öllagers bei Taganrog im Landkreis Matwejew-Kurgan. Die Löscharbeiten hielten an, schrieb er auf Telegram.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, das Militär habe in der Nacht 216 ukrainische Drohnen abgeschossen. Wie viele Drohnen von der Ukraine insgesamt auf Russland gerichtet wurden, ließ das Ministerium offen. Die ukrainische Luftwaffe zählte in der Nacht nach eigenen Angaben 229 russische Drohnen, von denen 212 über dem Norden und dem Osten der Ukraine abgeschossen werden konnten.
Auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim kündigte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow unterdessen Einschränkungen für den Benzinverkauf an. Einen Grund nannte er nicht. Die Ukraine greift jedoch seit Monaten russische Treibstoffanlagen in der Nähe der Krim an.
