Politik

Blockade ukrainischer Häfen Kiew macht russischer Marine schwere Vorwürfe

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Die russische Marine soll Teile des Schwarzen Meers blockieren.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres gibt es infolge des Kriegs gravierende Probleme mit der Schifffahrt. Die russische Marine soll für eine Blockade verantwortlich sein, meldet die Ukraine. Die Russen dagegen behaupten, dass ukrainische Minen in den Häfen schuld seien.

Nach Angaben der Ukraine blockieren Schiffe der russischen Marine weiterhin die Schifffahrt im nordwestlichen Teil des Schwarzen Meeres. Das teilte der Generalstab in einem Bericht zur militärischen Lage mit. Vergangenen Samstag hatte es von der Behörde für Meeres- und Flusstransport der Ukraine geheißen, seit Beginn des Kriegs würden 94 Schiffe mit ausländischer Besatzung und Hunderte von Seeleuten in den Gewässern der ukrainischen Häfen blockiert.

Belastende Vorwürfe gegen die russische Marine kommen derweil auch aus Panama. Drei unter der Flagge des Landes fahrende Schiffe seien in den vergangenen Wochen unter russischen Beschuss geraten. Eines der Schiffe (ein Handelsschiff) sei gesunken, zwei weitere seien beschädigt worden, sagte Noriel Araúz von der panamaischen Schifffahrtsbehörde vor Journalisten. Verletzt worden sei niemand, fügte er hinzu. Die "russische Marine" hindere sogar 200 bis 300 Schiffe verschiedener Nationen daran, "das Schwarze Meer zu verlassen", kritisierte Araúz. Etwa ein Dutzend unter panamaischer Flagge fahrende Schiffe mit insgesamt rund 150 Besatzungsmitgliedern seien deshalb blockiert. Die meisten der Schiffe transportierten Getreide, sagte Araúz.

"Minengefahr" von ukrainischen Einheiten

Vonseiten des russischen Militärs hieß es wiederum, dass die Besatzungen von 70 ausländischen Schiffen wegen der "hohen Minengefahr" in den Häfen der Ukraine blockiert seien. Die Minengefahr sei von den ukrainischen Behörden in Binnengewässern und Küstenmeeren geschaffen worden, zitierte die russische Agentur Interfax Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium an diesem Donnerstag. Alle Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

In dem ukrainischen Generalstabsbericht heißt es weiter, an Land konzentrierten sich die russischen Einheiten vor allem auf die Sicherung ihrer Geländegewinne. Es gebe Bemühungen russischer Truppen, südlich der Stadt Isjum vorzudringen, wohl um eine Offensive in Richtung Slowjansk fortzusetzen. Dabei seien sie allerdings nicht erfolgreich. Die humanitäre Lage in Isjum im Nordosten des Landes, das von der russischen Armee belagert wird, gilt als katastrophal. Zuletzt war in dem Gebiet ukrainischen Angaben zufolge auch das Himmelfahrtskloster Swjatohirsk bei Gefechten beschädigt worden.

Widerstand bleibt standhaft und gut koordiniert

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Im Süden versuchten russische Einheiten nach einem ukrainischen Angriff auf den von Russland kontrollierten Flugplatz nahe der Stadt Cherson, die verbliebene Ausrüstung zu verlegen, hieß es weiter. Ukrainischen Militärangaben und Medienberichten zufolge soll der Flugplatz zuletzt mehrmals von ukrainischer Artillerie angegriffen worden sein, dabei seien Dutzende Hubschrauber zerstört worden. In der Nacht zu Donnerstag sollen laut dem Oberkommandierenden der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, zwei weitere russische Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-35 und Su-30 über der Region Kiew zerstört worden sein. Insgesamt habe man binnen 24 Stunden mehr als zehn "Luftziele" Russlands ausgeschaltet.

Großbritannien geht derweil davon aus, dass die russische Invasion an allen Fronten weitgehend ins Stocken geraten ist. In den vergangenen Tagen habe es zu Land, Wasser und Luft nur ein minimales Fortkommen des russischen Militärs gegeben, heißt es in aktuellen Militärgeheimdienst-Berichten. Die russischen Streitkräfte erlitten schwere Verluste. "Der ukrainische Widerstand bleibt standhaft und gut koordiniert." Der überwiegende Teil des Landes einschließlich aller großen Städte sei weiterhin in ukrainischen Händen.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/rts/AFP

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