Freiwillige aus 72 LändernKiew veröffentlicht Zahlen zu Ausländern in der ukrainischen Armee

Kurz nach Beginn der russischen Großinvasion ruft Kiew die Internationale Legion ins Leben. Mittlerweile ist der Verband aufgelöst. Nach Angaben Kiews kämpfen aber weiterhin Tausende Ausländer in den Reihen der ukrainischen Armee.
In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine nach Behördenangaben von knapp 16.000 Ausländern aus 72 Staaten unterstützt. "Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas", sagte die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
In der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj rund 880.000 Soldaten. Im Juni kündigte der kürzlich entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kiew mit einem durchschnittlichen Sold von umgerechnet rund 5.800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren.
Gleich nach Beginn der russischen Großinvasion im Frühjahr 2022 gründete Kiew die sogenannte Internationale Legion und warb Ausländer für den Krieg an. Ukrainischen Militärvertretern zufolge spielte sie zu Beginn eine wichtige Rolle bei der Verteidigung des Landes. Anfang des Jahres berichteten Medien allerdings über die Auflösung der Legion und die Überführung der Kämpfer in reguläre Sturmverbände.
Begründet wurde der Schritt demnach mit der Weiterentwicklung und Professionalisierung der Militärstrukturen. Die Internationale Legion des Militärgeheimdienstes HUR war von der Umstrukturierung nicht betroffen. Mittlerweile werben mehrere ukrainische Brigaden aktiv um ausländische Kämpfer.
Auch Russland setzt bei seinem Angriffskrieg auf die Dienste von Ausländern. Erst am Montag berichtete das kolumbianische Nachrichtenportal Noticias Caracol unter Berufung auf Zeugenaussagen und Dokumente, dass Moskau in Kolumbien rekrutieren lasse. Die russische Botschaft in Bogotá wies den Bericht zurück. Man habe "weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutieren noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme.