Politik
Kim Jong Nam liegt kurz vor seinem Tod am Flughafen von Kuala Lumpur auf einer Trage.
Kim Jong Nam liegt kurz vor seinem Tod am Flughafen von Kuala Lumpur auf einer Trage.(Foto: AP)
Freitag, 01. Dezember 2017

Ermordeter Halbbruder von Kim: Kim Jong Nam wusste, was ihn erwartet

Im Februar töten zwei Frauen Kim Jong Nam mit dem Nervengift VX in Malaysia. Dass der Halbbruder des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un auf einer Todesliste steht, war ihm anscheinend bewusst: Er hatte das Gegenmittel im Rucksack.

Kim Jong Nam, der ermordete Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, hat nach Angaben der Verteidigung bei seiner Ermordung ein Gegengift bei sich getragen. Kim Jong Nam habe zwölf Tabletten Atropin in seinem Rucksack gehabt, erklärte der Anwalt einer der beiden verdächtigen Frauen. Das habe eine Giftexpertin der malaysischen Regierung vor Gericht ausgesagt.

Aus Sicherheitsgründen werden die Frauen schwer bewacht und tragen schusssichere Weste.
Aus Sicherheitsgründen werden die Frauen schwer bewacht und tragen schusssichere Weste.(Foto: AP)

Die Polizei legte der Expertin demnach verschiedene Gegenstände der Ermittlungen vor. Weiße Tabletten in einer Flasche habe sie als Atropin identifiziert. Dem Anwalt der Angeklagten Siti Aisyah zufolge wurde nicht geklärt, warum Kim die Tabletten bei sich trug.

Das Medikament kann zwar als Gegengift für das Nervengas VX verwendet werden, es kommt aber unter anderem auch bei der Behandlung von Magenkrämpfen zum Einsatz.

Frauen droht die Todesstrafe

Die beiden Angeklagten, die Indonesierin Aisyah und die Vietnamesin Doan Thi Huong, sollen Kim Jong Nam im Februar am Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengift VX getötet haben. Sie sind wegen Mordes angeklagt, im Falle einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe durch Erhängen.

Beide Frauen plädierten auf unschuldig. Sie hatten ausgesagt, bei dem Anschlag hinters Licht geführt worden zu sein und niemals Kim Jong Nams Tod geplant zu haben. Die Verteidigung argumentiert, die Drahtzieher seien längst aus Malaysia geflohen.

Südkorea verdächtigt die Führung im isolierten Nordkorea, hinter dem Attentat auf den Sprössling der herrschenden Kim-Dynastie zu stecken. Pjöngjang bestreitet das. Der Mord führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Malaysia und Nordkorea.

Quelle: n-tv.de