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"Größte Bedrohung der USA" Kim meint neuen Raketentest als Warnung

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Zankapfel US-Militärmanöver in Südkorea: Nordkoreas Machthaber Kim verbreitet bereits am 7. August offizielle Bilder seiner Freude.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Seit dem gescheiterten Gipfel zwischen Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Trump wachsen die Spannungen. Einen neuerlichen Raketentest will Nordkorea als "Warnung" verstanden wissen. Gemeinsame Militärmanöver zwischen Südkorea und den USA sind Pjöngjang ein Dorn im Auge.

Nordkorea hat offenbar erneut zwei Kurzstreckenraketen getestet. "Das Militär hat zwei nicht identifizierte Geschosse bemerkt, bei denen es sich wahrscheinlich um Kurzstreckenraketen handelt", erklärte Südkoreas Militärführung. Die Raketen seien rund 380 Kilometer weit geflogen und hätten eine Höhe von 97 Kilometern sowie sechsfache Schallgeschwindigkeit erreicht, bevor sie vor der Ostküste Nordkoreas im Meer gelandet seien, hieß es in einer Erklärung des südkoreanischen Generalstabs. Das Militär verfolge die Bewegungen im Norden für den Fall weiterer Abschüsse in "beständiger Bereitschaft".

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Botschaft an Trump: Nordkorea will die Serie von Raketentests als Warnung an die USA verstanden wissen.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya sagte Journalisten, Tokio gehe ebenfalls davon aus, dass Nordkorea ballistische Raketen getestet habe. Unabhängig von deren Größe und Reichweite könne darüber nicht hinweggesehen werden. Ein hochrangiger US-Vertreter teilte mit, Washington beobachte die Situation und stimme sich "eng mit unseren japanischen und südkoreanischen Verbündeten" ab.

Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen bei Tests mehrfach ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Am Freitag hatte Pjöngjang US-Außenminister Mike Pompeo als "unverbesserliches Gift" bezeichnet und gelobt, die "größte 'Bedrohung' für die USA zu bleiben". Pompeo hatte zuvor betont, die USA würden Nordkorea weiterhin mit "härtesten" Sanktionen belegen, bis das Land atomar abrüste.

London zeigt sich "enttäuscht" von Nordkorea

Die Führung in Pjöngjang hatte die Waffentests teilweise als Reaktion auf ein gemeinsames Militärmanöver von Südkorea und den USA, das am Dienstag seinen Abschluss fand, bezeichnet und von einer "Warnung" gesprochen. Die jährlichen Übungen der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

Die Gespräche zwischen den USA und Nordkorea über eine Denuklearisierung kommen derzeit nicht von der Stelle. Ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Februar war ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Das britische Außenministerium erklärte, es sei "enttäuscht, dass Nordkorea weiter Kurzstreckenraketen-Tests vorgenommen hat, die gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen". London drängte Pjöngjang, die Gespräche mit Washington wieder aufzunehmen. Die "vollständige, nachprüfbare und endgültige Denuklearisierung ist der Weg für eine friedliche und wohlhabendere Zukunft" des nordkoreanischen Volkes.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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