Politik

Kritik an Merkel Klingbeil: Impfungen müssen "Chefinnensache" sein

Nach dem schleppenden Impfstart wird die Kritik an der Bundesregierung lauter. SPD-Generalsekretär Klingbeil fordert Kanzlerin Merkel nun auf, dem Thema oberste Priorität beizumessen. Demnach sollte dazu auch mit dem Pharmaunternehmen nach Lösungen gesucht werden.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr persönliches Engagement zur Beschleunigung der Corona-Impfkampagne in Deutschland. Die Kanzlerin müsse die Impfungen zur "Chefinnensache" machen, sagte Klingbeil der "Bild"-Zeitung. Nötig sei, dass Merkel "sich wirklich hinter dieses Thema klemmt" und sich persönlich darum kümmere, dass die Impfkampagne schneller ablaufe.

Konkret forderte Klingbeil, dass die Kanzlerin und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Pharmaunternehmer an einen Tisch holen und mit ihnen prüfen sollten, wie sich die Impfstoff-Produktion beschleunigen lasse. Der SPD-Generalsekretär verlangte auch, dass das "Chaos" bei den Impfungen ein zentrales Thema der Beratungen der Kanzlerin mit den Regierungschefs der Länder am Dienstag sein müsse.

Die Kritik am Vorgehen der Bundesregierung bei der Beschaffung und Verteilung des Corona-Impfstoffes hatte am Wochenende zugenommen. Spahn wies die Kritik zurück. "Es läuft genauso, wie es geplant war", sagte der Gesundheitsminister am Samstag in der Nachrichtensendung "RTL Aktuell". 1,3 Millionen Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs seien bis Jahresende an die Bundesländer ausgeliefert worden. Bis Ende Januar werde sich diese Zahl auf insgesamt vier Millionen erhöhen.

Die Impfkampagne hatte in Deutschland am 27. Dezember begonnen. Nach jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden inzwischen mehr als 188.000 Menschen einmal geimpft. Für den vollen Schutz sind zwei Impfungen nötig.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP