Politik

SPD-Niederlage in NRW eingeräumt Klingbeil schimpft auf Lauterbach

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Ausgeklügelte Kommunikationsstrategie nach dem enttäuschenden Ergebnis in NRW: SPD-Chef Klingbeil will sein Wahlziel erreicht haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während sich die Sozialdemokraten nach ihrem Absturz in NRW noch Chancen auf die Regierung ausrechnen, prescht Gesundheitsminister Lauterbach vor und räumt eine Niederlage ein. Dafür kassiert er Schelte vom SPD-Chef. Zweifel an Verteidigungsministerin Lambrecht wischt Klingbeil dagegen vom Tisch.

Der Absturz der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sorgt laut "Spiegel" hinter den Kulissen für Kontroversen. In der Präsidiumssitzung der SPD habe sich Parteichef Lars Klingbeil Gesundheitsminister Karl Lauterbach vorgeknöpft, weil dieser das Ergebnis bereits kurz nach Schließung der Wahllokale als klare Niederlage bezeichnet hatte, berichtete das Magazin.

Es wäre gut, wenn sich bei solch einer Wahl alle an die beschlossene Kommunikationsstrategie halten würden, wird Klingbeil von Teilnehmern der Sitzung zitiert - "auch ein Bundesminister". Lauterbach selbst war in der Sitzung nicht anwesend. Mehrere Teilnehmer bestätigten laut dem Bericht Klingbeils Kritik.

Der Gesundheitsminister hatte seine Analyse des NRW-Ergebnisses am Wahlabend auffallend anders intoniert als die Parteispitze. Während Klingbeil und SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert herausstellten, das zentrale Wahlziel, die schwarz-gelbe Landesregierung abzulösen, erreicht zu haben, betonte Lauterbach das schlechte Ergebnis der SPD.

"Wir haben diese Wahl verloren. Union und Grüne haben gewonnen, die müssen daher auch zuerst die Gespräche führen. Alles andere kommt danach", sagte Lauterbach am Sonntagabend in der ARD. In der Parteispitze galten die Äußerungen des Gesundheitsministers schnell als strategisch unglücklich, da mehrere Koalitionsoptionen denkbar seien - auch die Ampel unter Führung der Sozialdemokraten.

Vorstand mit SPD-Ministerriege unzufrieden

Nach Insider-Informationen gab es im SPD-Bundesvorstand auch Kritik an der Performance einiger SPD-Minister. Während bei den Grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck und Außenministerin Annalena Baerbock mit besten Umfragewerten glänzen, wirke die SPD-Kabinettsriege zu blass, sagten Sitzungsteilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters. Das dürfte vor allem auf Verteidigungsminister Christine Lambrecht gemünzt gewesen sein, die im In- und Ausland vielfach als Fehlbesetzung wahrgenommen wird.

Der SPD-Chef gab ihr nach der Sitzung jedoch eine Jobgarantie. "Sie ist Verteidigungsministerin, sie wird es bleiben, sie hat die Rückendeckung auch der Parteispitze", sagte er. "Sie ist eine gute Verteidigungsministerin und sie wird vieles in diesem Haus erreichen", sagte Klingbeil.

Quelle: ntv.de, mau

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