Politik

"Er ist krank" Klitschko schimpft über Putin

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Aus dem Boxring in die Politik: Vitali Klitschko.

(Foto: REUTERS)

Im Boxring schlug er seine Gegner reihenweise k.o. Auf dem Maidan kämpfte Vitali Klitschko für eine neue Ukraine. Heute ist der 43-Jährige Bürgermeister in Kiew - und greift in einem Interview Russlands Präsident Putin scharf an.

Nein, von Wladimir Putin hat er keine hohe Meinung. Wie wenig er wirklich von dem russischen Präsidenten hält, macht Vitali Klitschko jetzt in einem Interview deutlich, "Putin ist krank", sagte er dem "Tagesspiegel". Mit seiner Taktik habe der russische Präsident geschafft, was er "nie für möglich gehalten" habe. "Dass jemand unsere beiden Brudervölker gegeneinander aufwiegeln kann."

Klitschko weiß, wovon er spricht. Sein Vater ist Ukrainer, seine Mutter gebürtige Russin. Was Putin im Sinn hat? Er "will eine neue Sowjetunion aufbauen und für dieses riesige Imperium braucht er die Ukraine", sagt Klitschko.

Zu Beginn des Jahres galt der frühere Box-Weltmeister noch als Anwärter auf das Amt des ukrainischen Präsidenten. Dann schmiedete er ein Wahlbündnis mit Petro Poroschenko und verzichtete auf eine Kandidatur. Poroschenko wurde im Mai schließlich neues Staatsoberhaupt, Klitschko Bürgermeister von Kiew. In dem Interview spricht er auch über seine eigenen Ambitionen. "Im Interesse der Ukraine muss man seine persönlichen Ziele zur Seite schieben können", sagt der 43-Jährige dazu heute. Um seine Vision zu realisieren, "einmal Staatspräsident der Ukraine zu werden", müsse er erst "den politischen Status" erlangen.

Als Bürgermeister verfolgt Klitschko das Ziel, "aus Kiew eine blühende Stadt zu machen". Die Arbeit im Rathaus sei "tausendmal spannender als vor einem Jahr das Abgeordnetensein" im ukrainischen Parlament. Ein typischer Arbeitstag Klischkos sieht etwas so aus: Er versuche, um neun Uhr im Büro zu sein, "Abends Ende offen". Morgens gehe er um sechs Uhr für eineinhalb bis zwei Stunden ins Fitnessstudio. "Ohne diese Trainingsbelastung fühle ich mich krank."

Ob er sich eine Rückkehr in den Boxring vorstellen könne? Mit einer entsprechenden Auszeit könne er trotz seines Alters wider in Form kommen. "Allein mir fehlt die Motivation, das zu tun", sagt Klitschko. Die Arbeit eines Bürgermeisters sei "viel, viel schwerer als die eines Boxweltmeisters". Der Kampf gegen Korruption, gegen das alte System und für Reformen gehe weit über zwölf Runden hinaus. "Mein Ring ist jetzt ein anderer, die Gegner sind viel stärker. Allein ich bin derselbe geblieben. Mein Motto gilt nach wie vor: Ohne Kampf kein Sieg."

Quelle: n-tv.de, cro

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