Politik

Zurückhaltung bei Wald-Nothilfe Klöckner setzt auf Aufforstung

Brände, Dürre und Schädlinge machen dem deutschen Wald zu schaffen. Agrarministerin Klöckner will dem vor allem langfristige entgegen wirken. Ihre Strategie: Wiederaufforstung statt Nothilfen.

Wegen der erheblichen Waldschäden durch Dürre und Schädlinge will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Gesamtstrategie entwickeln. Erneute flächendeckende Nothilfen lehnt die CDU-Politikerin ab. Es gehe nicht darum, Verluste einzelner Waldbesitzer zu kompensieren, sagte sie nach einem Treffen mit mehreren Verbänden in Berlin.

Klöckner setzt demnach auf massive Wiederaufforstung. Im Sinne des Gemeinwohls müsse der Wald noch stärker an den Klimawandel angepasst werden. Dazu müsse beschädigtes Holz herausgebracht werden und eine große Wiederaufforstung folgen. Im vergangenen Jahr seien durch Stürme, Dürre, Brände und Borkenkäferbefall mehr als 110.000 Hektar Wald verloren gegangen, so die Ministerin. Das entspricht etwa der Fläche von Berlin und Potsdam.

"Wer in Deutschland unterwegs ist in den Wäldern, sieht Dramatisches", sagte sie. "Uns fehlen über 100.000 Hektar, die weg sind." Bei der Wahl geeigneter Baumarten könne man nicht pauschal vorgehen, dies müsse je nach Standort entschieden werden, erläuterte Klöckner. In Baumschulen stünden rund eine Milliarde Pflanzen bereit, die gesetzt werden könnten. Es gebe aber teils Engpässe bei Förstern. Einstellungsstopps in einigen Bundesländern seien da ein Problem.

Warten auf den "Waldgipfel"

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Bei der Höhe staatlicher Zuschüsse legte sich Klöckner vorerst nicht fest, nannte aber eine Größenordnung von rund einer halben Milliarde Euro über vier Jahre aus Sicht des Bundes realistisch. Konkrete Festlegungen sollen für einen "Waldgipfel" von Bund und Ländern am 25. September vorbereitet werden.

Die Waldbesitzer hatten zuvor angesichts großer Schäden durch die anhaltende Trockenheit nach staatlicher Unterstützung gerufen. Notwendig seien rund 2,3 Milliarden Euro als Soforthilfen für die schnelle Beseitigung der Schäden und die Aufforstung, so der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW).

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert ein Umdenken. "Neben der Wiederbewaldung abgestorbener Waldflächen ist vor allem der Waldumbau zwingend erforderlich, weg von naturfernen Nadelforsten, hin zu klimastabilen Laubmischwäldern", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Für beide Aufgaben sei mehr Personal im Wald notwendig. Zudem müsse es Unterstützung geben für kommunale und private Waldflächen, die als Naturwälder nicht mehr für die Forstwirtschaft genutzt werden.

Quelle: n-tv.de, sba/rts/AFP

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