Politik

Notfallplan für ältere Menschen Klöckner weist Idee von "Wärmeinseln" zurück

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Ärmere und ältere Menschen könnten sich im Falle einer "dramatischen Entwicklung" in Turnhallen aufwärmen, schlägt der Deutsche Städte- und Gemeindebund vor.

(Foto: picture alliance/dpa/BELGA)

Immer höhere Heizkosten könnten im Winter gerade für ältere Menschen ein Problem werden. Damit diese in ihren Wohnungen nicht frieren, rät der Deutsche Städte- und Gemeindebund zur Einrichtung von "Wärmeinseln", etwa in Turnhallen. CDU-Politikerin Klöckner will es "so weit" nicht kommen lassen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat aufgrund drohender Gasknappheit und teurer Energiepreise dazu geraten, Wärmeräume für den Winter einzurichten. "Da niemand genau sagen kann, wie dramatisch die Entwicklung sein wird, sollte auch überlegt werden, Wärmeinseln oder Wärmeräume vorzusehen, wo sich insbesondere ältere Menschen auch bei einem sehr kalten Winter aufhalten können", sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Bild am Sonntag". Es werde zudem kein Weg daran vorbeiführen, bereits jetzt Spaßmaßnahmen umzusetzen.

In einigen deutschen Städten ist die Einrichtung von Wärmeinseln für Bedürftige bereits in Planung. "Wir bereiten uns aktuell mit Blick auf den Herbst und Winter auf alle Notfallszenarien vor", sagte die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Jutta Steinruck, der "Bild". Als zentrale Aufwärmstation solle dort die Friedrich-Ebert-Halle dienen.

"Das kann nicht die Lösung sein"

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Julia Klöckner, äußerte sich kritisch zu dem Ansatz. "Wärmeinseln für Ärmere bereitzustellen, das kann sicher nicht die Lösung sein", sagte sie der "Rheinischen Post". "So weit sollten wir es in Deutschland nicht kommen lassen. Keiner sollte in seinen vier Wänden frieren müssen."

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Das Krisenmanagement von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kritisierte Klöckner scharf. "Permanente Panikmache hilft uns allen nicht weiter. Und es mangelt auch nicht an der Beschreibung der Lage, jetzt geht es ums Handeln", sagte sie. Man warte immer noch darauf, dass die Bundesregierung ihren Plan vorlege, sollte das Gas von Russland aus nicht mehr fließen.

"Es bedarf einer klaren Faktenlage, welche Wirtschaftsbereiche unverzichtbar sind, die etwa für die Medizinbranche oder Lebensmittelbranche Lebenswichtiges herstellen", sagte Klöckner. Im Übrigen warte das Land seit Wochen auf das von Habeck angekündigte Zuschussprogramm für energieintensive Unternehmen sowie auf die Gasauktion, bei der Unternehmen freiwillig nach eigener Kalkulation auf Gas verzichten.

Quelle: ntv.de, mbu/DJ/AFP

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