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Aufforstung nach Waldbränden Klöckner will Millionen neuer Bäume

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Um den Klimawandel aufzuhalten, wäre wohl knapp eine Milliarde Hektar zusätzlicher Wald nötig.

(Foto: dpa)

Der deutsche Wald leidet. Hitze, Borkenkäfer und Waldbrände setzen ihm übel zu. Agrarministerin Julia Klöckner will deshalb aufforsten. Millionen neuer Bäume sollen gepflanzt werden. Eine Idee für die Finanzierung hat die CDU-Politikerin auch schon, sowie eine prominente Fürsprecherin.

Angesichts massiver Waldschäden durch Brände, Dürre, Stürme und Schädlinge fordert Agrarministerin Julia Klöckner ein großes Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland. "Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben", sagte die CDU-Politikerin. In den 80er Jahren hätten alle vom Waldsterben gesprochen. "Jetzt ist er in weiten Teilen am Sterben, und kaum einer redet davon." Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Dem Agrarministerium zufolge werden mehrere Millionen Bäume benötigt, um den Verlust von insgesamt 110.000 Hektar Wald auszugleichen.

Konkret will Klöckner ein "Mehrere-Millionen-Bäume-Programm", das aus ihrer Sicht aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung finanziert werden könnte. "Der Wald ist die Lunge unserer Gesellschaft, ein entscheidender Klimaschützer", sagte sie. Das Pflanzen neuer Bäume sei im Interesse aller.

Den Energie- und Klimafonds (EKF) hat die Bundesregierung eingerichtet, um die Energiewende voranzubringen. 2019 umfasst er nach Angaben der Regierung 4,5 Milliarden Euro, die unter anderem für erneuerbare Energien, Energiesparen, Klimaschutz, Umweltprojekte und die Förderung Elektromobilität ausgegeben werden. Der Waldklimafonds ist Bestandteil des EKF, er fördert die Anpassung der deutschen Wälder an den Klimawandel.

Merkel will Waldbauern unterstützen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in ihrem Videopodcast noch einmal die Bedeutung des Waldes. "Gerade der Wald leidet unter extremer Dürre und ist auch vom Schädlingsbefall besonders betroffen", sagte sie. "Und deshalb werden wir gerade den Waldbauern auch in besonderer Weise unter die Arme greifen. Sie haben in diesem Sommer viele, viele Sorgen."

Im seit 1984 vom Agrarministerium veröffentlichten Waldzustandsbericht ist zu lesen, der Zustand vieler Baumkronen hätte unter den anhaltenden Dürren im letzten Jahr gelitten. Langfristig lassen die Zahlen aber keinen klaren Abwärtstrend erkennen. Momentan sind etwa 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands bewaldet. In Europa wächst die Waldfläche jährlich um durchschnittlich 0,4 Prozent - ganz im Gegensatz zum globalen Trend.

Studie: Aufforstung könnte Klimawandel aufhalten

Erst diese Woche hatten Schweizer Forscher eine Studie vorgestellt, nach der es durchaus möglich wäre, den Klimawandel durch Aufforstung aufzuhalten. Dafür wäre eine Neubepflanzung von 900 Millionen Hektar nötig. Das entspricht in etwa der Fläche der USA. Heute seien rund 2,8 Milliarden Hektar der Erde bewaldet.

Die Forscher halten Aufforstung nicht nur für die effektivste Möglichkeit, das Klima zu schützen, die dafür nötige Menge an Wald aufzuforsten sei auch "zweifellos erreichbar". Auf einer Karte im Internet lassen sich die Potentiale hierfür genauer betrachten.

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Quelle: n-tv.de, lwe/dpa

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