Politik

Noch weitere Politiker in Gefahr Kölns OB Reker erhält Morddrohung

Noch ist unklar, ob ein rechtsextremes Netzwerk bei dem Mord an Walter Lübcke eine Rolle spielte. Nun wird bekannt: Mehrere Politiker sind in Gefahr. Kölns Oberbürgermeisterin Reker und Altenas Bürgermeister Hollstein bekamen Todesdrohungen. Beide waren schon zuvor Opfer rechter Messerattacken.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat eine Morddrohung erhalten. Die Drohung sei nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang mit dem Verbrechen gebe, könne er nicht sagen. Zuständig sei zentral das Landeskriminalamt Berlin, da neben Reker auch andere Politiker Drohungen erhalten hätten.

Wie der WDR berichtet, gibt es innerhalb Deutschlands mehrere Drohungen gegen Politiker. Sie sollen sich unter anderem gegen den Bürgermeister der westfälischen Stadt Altena, Andreas Hollstein, richten. Vom Berliner Landeskriminalamt war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Sowohl Reker als auch Hollstein waren in den vergangenen Jahren zum Ziel von Attentätern geworden. Reker entging 2015 vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin nur knapp dem Tod, als ihr ein Rechtsradikaler mit einem Messer in den Hals stach. Sie schwebte mehrere Tage in Lebensgefahr. Auch Hollstein wurde im November 2017 von einem Mann mit einem Messer attackiert, er erlitt eine Verletzung am Hals. Der Angreifer hatte sich zuvor laut WDR abfällig über die liberale Flüchtlingspolitik Hollsteins geäußert.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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