Politik

Verhandlungen gescheitertKonflikt zwischen Kurden und Syriens Zentralregierung bleibt ungelöst

20.01.2026, 11:35 Uhr
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Kämpfer der kurdisch dominierten Miliz SDF im Nordosten von Syrien. (Foto: AP)

Eine zentrale Frage für die Zukunft des syrischen Staates ist der Umgang der Zentralregierung mit Minderheiten im Land. Die Kurden sehen sich von Damaskus bedroht und wenden sich nach dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen an die internationale Gemeinschaft.

In Syrien sind die jüngsten Verhandlungen zwischen kurdischen Kämpfern und der Zentralregierung in Damaskus nach Angaben kurdischer Vertreter abgebrochen worden. Die am Vortag in der Hauptstadt abgehaltenen Gespräche zwischen dem Anführer der kurdisch dominierten Miliz Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Maslum Abdi, und Übergangsstaatschef Ahmed al-Scharaa seien "vollständig gescheitert", erklärte ein Vertreter der autonomen kurdischen Verwaltung in Syrien.

"Die einzige Forderung" der Zentralregierung sei die "bedingungslose Kapitulation" der Kurden, fügte er an. Die internationale Gemeinschaft rief der Kurdenvertreter "dringend" auf, eine "feste und entschlossene Haltung" an den Tag zu legen.

In den vergangenen Tagen hatten syrische Regierungstruppen bei einer Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von den Kurden beherrschten Gebieten vertrieben, darunter zwei Stadtviertel der nordsyrischen Großstadt Aleppo. Am Sonntag stellte al-Scharaa ein Abkommen zwischen dem syrischen Zentralstaat und der SDF vor. Die Vereinbarung sieht die Übergabe der bislang kurdisch kontrollierten Provinzen Deir Essor und Raka an die Zentralregierung vor, in denen die Bevölkerungsmehrheit aus Arabern besteht. Am Montag rückte die syrische Armee in Teile von Deir Essor vor.

Trotz des Abkommens meldeten jedoch am Montag sowohl die syrische Armee als auch kurdische Kräfte erneute Kämpfe. In der Stadt Raka gab es heftigen Beschuss. Die Armee schrieb von drei getöteten und weiteren verletzten Soldaten bei Auseinandersetzungen, machte aber zunächst keine Angaben zum Ort der Kämpfe. Später verlautete aus Kreisen des syrischen Verteidigungsministeriums, dass die Kämpfe geendet hätten.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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