Politik

Spahn in Pristina Kosovaren sollen Pflegelücke stopfen

89100a775d1188dd1d3255aba3c9ebad.jpg

Spahn hofft, dass kosovarische Pflegekräfte in Deutschland die Lücken füllen.

(Foto: imago images / Metodi Popow)

Deutschland sucht händeringend Pflegekräfte - auf 100 Stellen kommen nur 19 Bewerber. Die Lücke sollen nun auch Menschen aus dem Kosovo füllen. Dazu reist Gesundheitsminister Spahn nach Pristina. Doch es gibt Probleme bei der Visa-Erteilung.

Pflegekräfte aus dem Kosovo sollen in Deutschland die Lücken füllen - diesen Plan verfolgt Gesundheitsminister Spahn. In Pristina will er daher eine Anwerbevereinbarung unterzeichnen. Rückendeckung bekommt er vorab von Andreas Westerfellhaus, wie Spahn CDU-Mitglied. Der ist Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung und hat die Pläne im ZDF verteidigt.

Dass die Pflegekräfte womöglich in dem Balkanstaat fehlen, stritt Westerfellhaus nicht ab - die Pflegekräfte könnten in Deutschland aber "womöglich Qualifikationen für die Zukunft des Kosovo" gewinnen. Er übte aber Kritik an anderer Stelle. Westerfellhaus rief die Bundesregierung dazu auf, schneller Visa für einwanderungswillige Pflegekräfte zu erteilen. Es sei "unerträglich, dass man innerhalb der deutschen Botschaften nicht alles daran wirft, die Visa zu beschleunigen", sagte er. Das Außenministerium solle auch prüfen, ob die Visumsvergabe nicht aus den Botschaften nach Deutschland verlagert werden könnte.

Ob die Pflegekräfte auch dauerhaft in Deutschland bleiben, hängt Westerfellhaus zufolge davon ab, ob die Kollegen sie hier wertschätzend empfangen und gut einarbeiten. Außerdem seien gute Sprachkenntnisse entscheidend für eine gelingende Integration. Die Anwerbung osteuropäischer Pflegekräfte sei aber nur ein Teil der "Konzertierten Aktion", mit der Spahn den Pflegenotstand in Deutschland lösen wolle. Dazu gehöre auch, die Arbeitsbedingungen in der Pflege allgemein attraktiver zu machen. So könnten auch gelernte Pflegekräfte, die nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, zur Rückkehr in ihre alte Profession motiviert werden.

In Deutschland fehlen zehntausende Pflegekräfte, weshalb Spahn in Balkanländern Nachwuchs anwerben will. Besonders im Kosovo und in Albanien gebe es ein gutes Potenzial an jungen Fachkräften, sagte er kürzlich der "Bild am Sonntag". "Dort ist die Pflegeausbildung oft deutlich besser, als wir denken." Laut Statistischem Bundesamt sind etwa 3,4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Wegen der allgemeinen Alterung der Gesellschaft wird ihre Zahl weiter steigen - während die Pflegebranche mit Nachwuchsmangel zu kämpfen hat.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

Mehr zum Thema