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Mittwoch, 06. Dezember 2017

Neuanfang in der Wirtschaft: Kraft und Albig treten neue Posten an

Sie gehören zu den politischen Verlierern des Jahres: Hannelore Kraft und Torsten Albig mussten ihre Posten als Ministerpräsidenten nach Wahlniederlagen räumen. Beide kehren nun der aktiven Politik den Rücken.

Zwei bei den jüngsten Landtagswahlen abgewählte SPD-Regierungschefs haben neue Jobs in der Wirtschaft gefunden. So soll die ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft laut der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" in den Aufsichtsrat des Steinkohlekonzerns RAG einziehen. Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsident Torsten Albig wird indes Lobbyist des Logistikkonzerns DHL in Brüssel.

Kraft würde SPD-Landtagsfraktionschef Norbert Römer beerben. Dieser hatte sein Mandat im Aufsichtsrat niedergelegt. Die Amtszeit der 56-Jährigen läuft der WAZ zufolge zunächst bis zum Frühjahr 2019. Danach werde eine Wiederwahl erwartet. Ende 2018 schließen die letzten beiden RAG-Bergwerke im Ruhrgebiet. Danach soll sich der Konzern um die Umnutzung und den Strukturwandel der ehemaligen Bergbaugebiete kümmern. Kraft hatte sich nach der Wahlniederlage im Mai zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Albig tritt seinen Posten als Unternehmens-Repräsentant der DHL-Gruppe zum neuen Jahr an. "Wir ziehen nach Brüssel", sagte der 54-Jährige. "Ich sofort - der Rest nach den Schulferien." Albigs offizieller Titel lautet Vice President Corporate Representation Brussels.

Albig hatte von 2012 bis 2017 in Schleswig-Holstein eine Koalition aus SPD, Grünen und der Partei der dänischen Minderheit SSW geführt. Nach der Wahlpleite im Mai kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an. Sein Landtagsmandat nahm er nicht wahr.

Vor seinem Wechsel an die Spitze der Landesregierung war er Sprecher mehrerer Bundesfinanzminister und Konzernsprecher der Dresdner Bank in Frankfurt sowie zuletzt bis 2012 drei Jahre lang Kieler Oberbürgermeister. 2016 hatte sich Albig nach 27 Jahren Ehe von seiner Frau getrennt. Mit ihr hat er zwei Kinder. Er zog zu seiner neuen Lebensgefährtin. Ein Interview mit Zitaten über seine Ehe - darunter der Satz "Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle der Mutter und Managerin unseres Haushaltes gefangen" - hatte ihn Sympathien gekostet.

Quelle: n-tv.de

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