Politik

Aus Camp in Griechenland Kranke Flüchtlingskinder fliegen nach Kassel

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Vor allem auf den griechischen Inseln, etwa auf Lesbos, sind die Flüchtlingscamps überfüllt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im März beschließt die Bundesregierung, schwer kranke Kinder mit engen Angehörigen aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Rund tausend Menschen sollen es werden. 53 sind bereits angekommen, jetzt werden etwa 100 folgen.

Die Bundesregierung will am kommenden Freitag eine Gruppe von kranken Kindern mit ihren Angehörigen aus griechischen Flüchtlingslagern nach Deutschland holen. Geplant sei, dass die Kinder und ihre Eltern - insgesamt rund 100 Menschen - in Kassel landen und dann auf neun Bundesländer verteilt werden, heißt es aus dem Bundesinnenministerium. Zu den Nationalitäten der 24 Familien machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

Die Neuankömmlinge müssen demnach nach ihrer Ankunft grundsätzlich nicht in Corona-Quarantäne, da Griechenland nicht als Risikogebiet gilt. Außerdem waren sie laut Ministerium schon vor Abflug gemeinsam untergebracht und auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Die Entscheidung über Infektionsschutzmaßnahmen liege letztlich aber bei den einzelnen Bundesländern, hieß es.

Hintergrund des geplanten Fluges ist ein Koalitionsbeschluss der Bundesregierung vom März, mehrere schwer kranke Kinder sowie ihre engen Verwandten aus Flüchtlingslagern in Griechenland aufzunehmen. In einem ersten Schritt waren bereits 53 unbegleitete Minderjährige nach Deutschland gebracht worden.

Insgesamt sollen laut Innenministerium 928 Migranten aus den überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln nach Deutschland kommen, um hier ein Asylverfahren zu durchlaufen: 243 kranke Kinder, ihre Eltern und Geschwister. Wie die jeweiligen Landesregierungen diese Woche mitgeteilt hatten, sollen 82 Migranten nach Bayern kommen, nach Rheinland-Pfalz 66 und nach Baden-Württemberg 50. Berlin hatte angekündigt, 142 Menschen aufzunehmen. Neben Deutschland beteiligen sich unter anderem Luxemburg und Portugal an der Aufnahme, die sich wegen der Corona-Pandemie verzögert hat.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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