Politik

Trumps Pläne in Moskau Kreml bestätigt Cohens Geständnis

c43482a2b93e119dd96326ea31436660.jpg

Geschäftliche Interessen in Moskau? US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel in Buenos Aires.

dpa

Nach seiner Rückkehr vom G20-Gipfel in Argentinien muss sich US-Präsident Trump in Washington auf unangenehme Fragen gefasst machen: Putins Sprecher liefert Sondermittler Mueller ein neues Puzzlestück bei der Aufarbeitung der Russland-Affäre.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hat einen Kontakt seines Stabes zu einem Vertrauten von US-Präsident Donald Trump bestätigt. Es seien per Mail Anfragen eingegangen, bei einem Investitionsprojekt zu helfen, sagte Peskow am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires.

Ob es anschließend zu direkten Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Trumps damaligen Anwalt Michael Cohen gab, blieb unklar. Soweit er sich erinnere, sagte Peskow, sei es bei den Anfragen darum gegangen, "ein Trump-Haus zu bauen". Wann der Kontakt genau war, ließ er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax offen.

Trumps Ex-Anwalt Cohen hatte am Donnerstag vor Gericht in New York in diesem Zusammenhang Lügen eingestanden. Er habe die Pläne für einen Trump-Tower in Moskau nicht im Januar 2016 abgebrochen, wie zuvor dargestellt, sondern noch bis Juni vorangetrieben.

Für den amtierenden US-Präsidenten ist das eine politisch und juristisch heikle Entwicklung: Zu dem fraglichen Zeitpunkt stand die Nominierung des Unternehmers als republikanischer Präsidentschaftskandidat schon so gut wie fest. Trump befand sich bereits voll im Wahlkampf. In jenem Sommer rief er Russland bei einem denkwürdigen Auftritt auch dazu auf, private E-Mails seiner wichtigsten Gegnerin, Hillary Clinton, zu veröffentlichten. "Russland, ich hoffe, ihr findet die 30.000 fehlenden E-Mails", rief Trump damals aus. Kurz darauf wurde Clintons Mailserver gehackt.

Trumps Aufforderungen aus dem Juli 2016 gewinnen vor diesem Hintergrund besondere Brisanz: Sollte er zu diesem Zeitpunkt - direkt oder indirekt - tatsächlich noch in Kontakt mit dem russischen Präsidentenbüro gestanden haben, wäre der Vorwurf der Vorteilsnahme und der Zusammenarbeit mit einer ausländischen Macht kaum noch von der Hand zu weisen.

Munition für den Sonderermittler

Cohen gilt als Schlüsselfigur für US-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser durchleuchtet die Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland, um mögliche Absprachen aufzudecken. Nach Cohens Angaben gab es ein Telefonat mit einer Assistentin von Peskow. Das bestätigte der Sprecher von Kremlchef Putin: Eine englischsprachige Mitarbeiterin habe Cohen zurückgerufen und wegen der Investition an das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg verwiesen.

Engere Absprachen soll es seiner Darstellung zufolge nicht gegeben haben. "Sie haben nur wenige Minuten gesprochen", betonte Peskow. Im Übrigen seien die in den USA diskutierten Darstellungen des Vorgangs "weit von der Realität entfernt", sagte er. "Cohens Beichte" vor Gericht müsse eher ein Geistlicher beurteilen, "und der bin ich nicht."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema