Politik

Moskau sieht "positive Signale" Kremlsprecher lobt Macron-Besuch in Kiew

imago0150193672h.jpg

Nach dem Gespräch mit Selenskyj betonte Macron, dass er einen diplomatischen Ausweg aus dem Ukraine-Konflikt für möglich halte.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Nach dem Gespräch zwischen dem französischen Präsidenten Macron und dem ukrainischen Staatschef Selenskyj sieht Moskau Anzeichen für eine potenzielle Beilegung des Ukraine-Konflikts. Ein Kremlsprecher lobt Macrons Beharren auf dem Minsker Abkommen. Kiew hingegen muss Kritik einstecken.

Im Ukraine-Konflikt hat der Kreml die Vermittlungsbemühungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gewürdigt. Kremlsprecher Dmitri Peskow lobte, dass Macron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj betont hatte, dass die Umsetzung eines 2015 beschlossenen Friedensplans der einzige Weg zu einer Beilegung des Konflikts sei. "Das ist richtig. Und das ist ein Pluspunkt", sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Zugleich warf er der Ukraine einmal mehr mangelnde Bereitschaft bei der Einhaltung ihrer Verpflichtungen aus dem sogenannten Minsker Abkommen vor. "Deshalb gibt es sowohl positive als auch weniger positive Signale", erklärte Peskow mit Blick auf Macrons Besuch am Dienstag in Kiew.

Zuvor hatte sich der französische Präsident in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin getroffen. Frankreich hat derzeit die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union. Der Kreml bestätigte zudem ein für Donnerstag in Berlin geplantes Treffen im sogenannten Normandie-Format, in dem Deutschland und Frankreich vermitteln. Zuvor hatte bereits Macron das Treffen mit Vertretern Russlands und der Ukraine auf Beraterebene angekündigt.

Im ostukrainischen Konfliktgebiet Donbass sind nach UN-Schätzungen seit 2014 mehr als 14.000 Menschen bei Kämpfen getötet worden. Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig Verstöße gegen den Minsker Friedensplan vor. Moskau kritisiert zudem die Weigerung Kiews, mit den prorussischen Separatisten in der Ostukraine direkte Verhandlungen zu führen.

Die Spannungen zwischen Kiew und Moskau hatten sich in den vergangenen Wochen wegen eines russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine weiter verschärft. Russland hat dort nach westlichen Angaben mehr als 100.000 Soldaten zusammengezogen. Dies schürt Befürchtungen, dass Russland einen Angriff auf das Nachbarland vorbereiten könnte. Russland bestreitet dies und führt zugleich an, sich von der NATO bedroht zu fühlen. Moskau fordert umfangreiche Sicherheitsgarantien von dem Militärbündnis und von den USA, bislang aber ohne Erfolg.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen