Politik

Antwort auf Energiekrise Kretschmann fordert Tempolimit für zwei Jahre

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Die FDP sollte auch mal über ihren Schatten springen, findet der Grüne Kretschmann.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Um Energie zu sparen, schlägt Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann "wenigstens für zwei Jahre" eine Geschwindigkeitsbegrenzung für deutsche Autobahnen vor. Widerspruch kommt prompt von seinem bayerischen Kollegen Söder, der stattdessen Atomkraftwerke länger laufen lassen will.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der drohenden Energiekrise und der hohen Kosten für Sprit ein Tempolimit gefordert. "Das hätte unmittelbar Wirkungen, das ist sofort einsparend", sagte der Grünen-Politiker bei einer Diskussionsveranstaltung der "Süddeutschen Zeitung". "Da mal über den Schatten zu springen, wenigstens für zwei Jahre, wäre mal eine Diskussion wert", sagte er an die Adresse des Koalitionspartners FDP im Bund, der sich gegen ein Tempolimit sperrt. "Wir Grünen springen ja wirklich jede Woche über irgendwelche ideologische Schatten. Das kann ich bei anderen Parteien noch nicht so feststellen."

Bayerns Regierungschef Markus Söder widersprach seinem grünen Kollegen bei der "SZ"-Veranstaltung: "Das Tempolimit erzeugt überhaupt keinen Strom", sagte der CSU-Politiker. Das sei keine Lösung für die drohenden Risiken im kommenden Winter. Er sprach sich erneut für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke aus, die eigentlich am Jahresende stillgelegt werden sollen. Angesichts der drohenden Gasknappheit wegen des Ukraine-Kriegs müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, gegenzusteuern.

Kretschmann stellte sich aus Sicherheitsgründen gegen längere Laufzeiten: "Ich denke nicht mehr darüber nach." Das Umweltbundesamt hatte vor drei Monaten verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um deutlich sparsamer mit Energie umzugehen. Dazu gehörte auch, weniger und vor allem langsamer mit dem Auto zu fahren. Verringerten die Autofahrer die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf maximal 100 Kilometer pro Stunde und auf 80 km/h auf Straßen außerorts, spare das rund 2,1 Milliarden Liter fossilen Kraftstoff ein. Das spare immerhin sofort rund 3,8 Prozent des im Verkehrssektor verbrauchten Kraftstoffs.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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