Politik

Dehoga-Chefin im "ntv Frühstart" Kretschmers Oster-Absage ist "inakzeptabel"

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer erteilt dem diesjährigen Osterurlaub frühzeitig eine Absage. Für die Hotel- und Gastronomiebranche ist das eine Klatsche. Die Stimmung sei "aggressiv", sagt Dehoga-Chefin Ingrid Hartges. Sie erwartet eine Öffnungsstrategie.

Wenn es nach Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer geht, ist der Osterurlaub für dieses Jahr gestrichen. Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, hat die Absage scharf kritisiert. "Nachdem wir letzte Woche bei dem Beschluss schon nicht erwähnt wurden, jetzt mit solchen Äußerungen hier für Verunsicherung und existenzielle Nöte zu sorgen, ist völlig inakzeptabel. Darüber hinaus ist es auch rechtlich fragwürdig", sagte Hartges im "ntv Frühstart".

Kretschmer sagte in "Bild am Sonntag": "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben". Hartges hingegen verwies auf das Infektionsschutzgesetz, das Schließungen nur für jeweils vier Wochen erlaube: "Man sollte Woche für Woche den Inzidenzwert anschauen, der sinkt ja erfreulicherweise weiter." Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin ist für den dritten März geplant. "Da soll man dann sagen, wie es weitergeht."

"Überbrückungshilfe reicht nicht aus"

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Hartges berichtete davon, dass die Stimmung in der Hotel- und Gaststättenbranche seit der Ministerpräsidentenkonferenz am vergangenen Mittwoch "aggressiv und verunsichert" sei. Es liege eine "brutale existenzielle Betroffenheit" vor. Weiter sagte Hartges: "Wir erwarten eine konkrete Öffnungsperspektive. Wir sind seit dem 2. November geschlossen. So geht es definitiv nicht." Es stehe in der Verantwortung der Politik, dafür Sorge zu tragen, dass Hotels und Restaurants keinen Tag länger geschlossen sind als notwendig.

Zudem richtete die Dehoga-Geschäftsführerin eine deutliche Forderung an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der sich am Dienstag mit 40 Verbänden zu einem digitalen Wirtschaftsgipfel trifft. "Die Novemberhilfen sind bei über einem Drittel der Betriebe noch nicht angekommen", so Hartges. "Das betrifft insbesondere auch größere Unternehmen, die noch nicht mal einen Antrag stellen können." Die Unternehmen seien "total verzweifelt" und die Überbrückungshilfen reichten nicht aus, so die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin.

Quelle: ntv.de, psa

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