Politik

"Überleben kein halbes Jahr" Kubicki rechnet mit SPD-Vorsitzenden ab

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Esken und Walter-Borjans enttäuschen in den Augen von FDP-Vize Kubicki auf ganzer Linie.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

FDP-Vize Kubicki holt zum Rundumschlag gegen das SPD-Führungsduo Esken und Walter-Borjans aus: Erfahrungs- und Ahnungslosigkeit würden zu einem raschen Ende an der Parteispitze führen. Er vergleicht das Duo sogar mit Trump. Lob gibt es dagegen für Juso-Chef Kühnert.

Die neue SPD-Spitze kämpft in der Großen Koalition um Anerkennung. In den Augen von FDP-Vize und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki wird die Ära von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken nur von kurzer Dauer sein. "Ich bin sicher, dass beide das nächste halbe Jahr als SPD-Chefs nicht überleben werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Walter-Borjans und Esken seien, wie Trump in den USA, durch das Ausspielen der Anti-Establishment-Karte ins Amt gespült worden. "Sie haben bei ihren Zuhörern eine gewisse Erwartung auf das Ende der Großen Koalition zumindest geweckt. Diese Hoffnungen enttäuschen sie nun", sagte Kubicki. "Gleichzeitig werden sozialdemokratische Mandatsträger bis in die Kommunen hinein um ihre Ämter zittern: So tief wird der Sturz der SPD sein."

Die SPD habe mit ihren neuen Vorsitzenden ein Riesenproblem, betonte Kubicki. "Wenn Erfahrungs- und Ahnungslosigkeit zum Kriterium dafür werden, dass man Parteichef wird, ist eine Partei am Ende." Norbert Walter-Borjans habe als Landesfinanzminister mit verfassungswidrigen Haushalten Rechtsgeschichte geschrieben, sagte Kubicki. "Bei Saskia Esken hätte ich mir nie vorstellen können, dass man ihr mal mehr Verantwortung überträgt als die stellvertretende Leitung eines SPD-Arbeitskreises", so der Bundestagsvizepräsident.

Lob gab es dagegen für Juso-Chef Kevin Kühnert. Er habe auf dem SPD-Parteitag eine brillante Rede gehalten, unterstrich Kubicki. "Er hat sich strategisch und taktisch gut positioniert." In Talkshows argumentiere er stringent und in sich schlüssig, auch wenn Kubicki inhaltlich überhaupt nicht mit Kühnert übereinstimme. "Von ihm werden wir noch viel hören, wenn die SPD das nächste Jahr überlebt", sagte Kubicki. "Es spricht alles dafür, dass er mal SPD-Vorsitzender wird. Für ihn selbst wäre es besser, wenn er nicht zu früh ran muss."

Quelle: ntv.de, mba