Politik

"Wir sind entsetzt" Künstler fordern Seehofers Rücktritt

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Horst Seehofer einige das Land nicht, er spalte es - so steht es in einem Brief von 290 Kulturschaffenden.

(Foto: REUTERS)

In einem offenen Brief von 290 Kulturschaffenden heißt es, Seehofer "sabotiere die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung" und schade dem "internationalen Ansehen des Landes". Unter den Unterzeichnern: Berlinale-Chef Kosslick und Enthüllungsjournalist Wallraff.

Zahlreiche Kulturschaffende haben den Rücktritt von CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer gefordert. "Seehofer beschädigt die Werte unserer Verfassung", heißt es in dem Aufruf, zu dessen Initiatoren der Dramatiker Moritz Rinke gehört. "Sein Verhalten ist provozierend, rückwärtsgewandt und würdelos gegenüber den Menschen. So verstellt er den Weg in eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft." Seehofer einige das Land nicht, er spalte es.

 "Wir sind entsetzt" heißt es in dem Schreiben mit dem Titel "Würde, Verantwortung, Demokratie". Auf der Liste der Erstunterzeichner stehen viele prominente Namen. Darunter: Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Schauspieler wie Peter Lohmeyer, Jochen Busse, Burghart Klaußner, Meret Becker und Hugo Egon Balder, die Musikerin Inga Humpe, Filmemacher wie Emily Atef, Andres Veiel und Dietrich Brüggemann sowie Autorinnen wie Judith Schalansky, Ronja von Rönne und Terezia Mora.

Die Kulturschaffenden zeigen sich entsetzt darüber, "dass der Bundesinnenminister fortwährend die Arbeitsfähigkeit der Bundesregierung sabotiere und dem internationalen Ansehen des Landes schadet; dass er die Migrationsfrage zur 'Mutter aller politischen Probleme' erklärt und damit 18,6 Millionen Menschen, die mit migrantischen Wurzeln in Deutschland leben, in Geiselhaft nimmt und als eine Ursache dieser 'Probleme' hinstellt". 

In dem Brief werfen die Unterzeichner Seehofer zudem vor, dass er die rassistischen und kriminellen Übergriffe bei der Chemnitzer Demonstration bagatellisiere. Und: "Seine enthemmten Bierzeltreden und unschlüssigen Pressekonferenzen tragen maßgeblich dazu bei, dass sich der Ton der politischen Auseinandersetzung in diesem Land öffentlich verschärft - und dass dadurch auch die AfD ihre rechtspopulistische und rechtsradikale Entgleisungsrhetorik immer weitertreibt."  Die Forderung am Ende des Aufrufs lautet: "Seehofer sollte - noch vor der Landtagswahl in Bayern - vom Amt des Bundesinnenministers zurücktreten." In Bayern wird am 14. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Quelle: ntv.de, nen/dpa