Politik

Wagenknecht kritisiert Vorschlag Lafontaine wirbt wohl für Fusion mit SPD

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Der ehemalige sozialdemokratische Finanzminister Lafontaine trat 1999 im Streit mit Kanzler Schröder von seinen Ämtern zurück und später aus der SPD aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der frühere SPD- und heutige Linken-Politiker Lafontaine scheint in internen Gesprächen einen Zusammenschluss beider Parteien zu fordern. Es fehle allerdings das nötige Personal, um eine Fusion umzusetzen. Erste Stimmen reagieren mit Zustimmung, aber auch Kritik wird laut.

Der ehemalige Vorsitzende der SPD und spätere Mitbegründer der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hält einem Bericht zufolge eine Fusion beider Parteien für notwendig. Lafontaine vertrete diese Position in internen Gesprächen bereits seit Längerem, schrieben die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf das Umfeld des 75-Jährigen. Allerdings vermisse Lafontaine in beiden Parteien das Personal, das einen Zusammenschluss realisieren könnte.

Der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken und langjährige Vertraute Lafontaines Heinz Bierbaum sagte demnach, als früherer SPD-Chef bedaure Lafontaine den Zustand der Partei. "Deshalb liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe." Lafontaine habe zunächst mit der parteiübergreifenden Bewegung "Aufstehen" versucht, auf die Sozialdemokratie einzuwirken. "Das hat nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. Aber er wird an diesem Gedenken festhalten", sagte Bierbaum den Zeitungen.

"13 und 7 sind 20 Prozent"

Der Grüne Daniel Cohn-Bendit hatte schon vergangenen Samstag in einem Interview mit der "taz" laut über eine Fusion von Linken und SPD nachgedacht: "13 und 7 bei der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sind zusammen 20 Prozent, damit ist man wieder ein Machtfaktor". Ein Zusammenschluss würde der SPD nicht nur Macht verschaffen, sondern sie auch wieder sozialdemokratisch machen.

Der einstige Linksparteichef Klaus Ernst zeigte sich im Gespräch mit dem RND offen für eine Fusion. "Langfristig kann man gar nichts ausschließen", erklärte er. "Wenn die Sozialdemokratie wieder sozialdemokratisch würde, dann könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben." Zunächst müssten aber die Sozialdemokraten ihren Kurs festlegen.

Kritik von Sahra Wagenknecht

Kritischer äußerte sich Sahra Wagenknecht, noch bis Herbst Linkenfraktionsvorsitzende und mit Lafontaine verheiratet: "Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammenwirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus", erklärte sie dem RND.

Aktuell bringe eine Fusionsdebatte nichts. Die SPD brauche einen "echten Neuanfang" und müsse sich von der Agenda 2010 verabschieden. "Dann kann man über vieles nachdenken", erklärte Wagenknecht.

Quelle: n-tv.de, lwe/AFP

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