Politik

Überfüllte Flüchtlingslager Lage im Süden Zyperns spitzt sich zu

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2021 kamen mehr als 12.000 Asylsuchende in den Süden der Insel.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Zypern zählt gemessen an den Einwohnern die meisten Asylanträge innerhalb der EU. Seit Monaten kommen immer mehr Migranten in den Süden der Insel. Die Aufnahmelager sind maßlos überfüllt, es kommt zu Ausschreitungen. Jetzt sichert die EU-Grenzschutzagentur dem Inselstaat ihre Hilfe zu.

Der Zustrom von Migranten aus dem türkisch besetzten Norden in den Süden Zyperns und damit in die EU nimmt immer größere Dimensionen an. Allein in der Nacht zum Donnerstag sind mehr als 100 Menschen im Südteil der Insel angekommen. Dies berichtete der staatliche zyprische Rundfunk unter Berufung auf die Polizei. Die Lage werde immer schlimmer, sagte ein Polizeioffizier.

Am Vortag hatte der Chef der EU-Grenzschutzagentur, Fabrice Leggeri, im zyprischen Rundfunk nach einer Inspektion der Lage vor Ort erklärt, Zypern sei mit einer "außerordentlichen Herausforderung" konfrontiert und brauche deswegen eine "außerordentliche Unterstützung". Leggeri versprach Unterstützung seitens der EU-Grenzschutzagentur für die kleine Inselrepublik, die seit 2004 Mitglied der EU ist. Dabei gehe es seinen Angaben nach um Personal, das die Asylanträge bearbeitet, sowie um EU-Hilfe für die Rückführung von Menschen, deren Asylantrag abgelehnt ist.

Allein 2021 sind nach Angaben des zyprischen Innenministers Nikos Nouris mehr als 12.000 Menschen hauptsächlich aus dem von türkischen Truppen besetzten Norden der Insel in den Süden gelangt. In ihrer Mehrheit stammen diese Menschen aus afrikanischen Staaten. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gingen in den vergangenen zwei Jahren die meisten Asylanträge in der Europäischen Union in Zypern ein. Diesen Januar kamen bereits rund 1000 neue Asylsuchende nach Zypern, doppelt so viele wie im Vergleichsmonat vor zwei Jahren.

In den zwei restlos überfüllten Aufnahmelagern der Insel kommt es immer wieder zu Randale und Schlägereien zwischen Migranten verschiedener Nationalitäten. Anfang des Monats waren bei zweitägigen Messerstechereien und Tumulten zwischen Migranten 36 Menschen im Lager von Pournara nahe Nikosia verletzt worden.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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