Politik

Geplantes Open-Air in Düsseldorf Laschet hält Konzert für "kein gutes Signal"

Ist ein Konzert mit 13.000 Menschen gerade zu verantworten? Um diese Frage ist ein Streit entbrannt zwischen der Stadt Düsseldorf und den Landesbehörden. Der Konzertveranstalter hängt in der Luft und sucht das Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Laschet - bislang erfolglos.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat es keine Veranstaltung mehr in der Größenordnung gegeben, wie es in Düsseldorf am 4. September der Fall sein soll: Bis zu 13.000 Menschen sollen dort zu Songs von Sarah Connor, Bryan Adams und anderen Musik-Stars zusammen feiern. Der Vorverkauf für das "Give Live A Chance"-Konzert ist heute gestartet, aber Grund zum Feiern gibt es für Veranstalter Marek Lieberberg nicht: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich verärgert über das umstrittene Großkonzert geäußert und zeigt sich bislang wenig gesprächsbereit - zumindest im direkten Austausch mit Lieberberg.

Vor der Sitzung seines Kabinetts sagte der Landeschef, es sei ein "ungewöhnlicher Vorgang", dass ein solches Großereignis angekündigt werde ohne jede Rücksprache mit den zuständigen Landesbehörden. "Ich hätte mir hier mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet", so Laschet. "Ich halte es in den Zeiten steigender Zahlen, in Zeiten, in denen wir den Kindern viel zumuten in den nächsten Tagen, für kein gutes Signal." Sein Kabinett werde in seiner Sitzung die rechtlichen Grundlagen der Genehmigung erörtern. "Ich hoffe, dass man dann einen einvernehmlichen Weg findet", so der CDU-Politiker.

Veranstalter Lieberberg sieht sich im Recht

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Sarah Connor soll bei dem Großkonzert am 4. September auch auf der Bühne stehen.

(Foto: imago images/Oliver Willikonsky)

Konzertveranstalter Marek Lieberberg sucht in der Diskussion das Gespräch mit Laschet. Die Reaktion aus der Staatskanzlei stellt ihn bislang aber nicht zufrieden: Er habe Laschet geschrieben und bemühe sich nun seit zwei Tagen, den Regierungschef zu erreichen, erklärt Lieberberg. Er könne verstehen, dass Laschet sehr beschäftigt sei. "Aber wenn man Zeit hat, sich öffentlich zu äußern zu Veranstaltungen, deren Regularien man offenbar nicht kennt, dann denke ich, müsste man auch Zeit haben, hier zu reagieren, um auch dieses Gespräch zu führen."

Eine Entscheidung der Landesregierung über ein eventuelles Verbot der Veranstaltung steht noch aus. Die Stadt Düsseldorf hat das Konzept abgesegnet. Lieberberg sieht sich in jedem Fall im Recht. Auf die Frage, was er im Falle einer Absage tun werde, antwortet er, man werde sich in diesem Fall mit geeigneten Mitteln "dagegen äußern". "Wir sind überzeugt, dass wir 100 Prozent im Recht sind."

Laut Robert-Koch-Institut haben sich Stand Dienstag 966 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Mit 413 Neuinfektionen kam nahezu die Hälfte der Fälle aus Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Quelle: ntv.de, joh/dpa/DJ

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