Politik

Kanzler einsam am WahlabendLaschet kritisiert CDU-Ministerpräsidenten für mangelnden Merz-Beistand

11.09.2026, 10:58 Uhr
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Als Ministerpräsident wäre er zu der Veranstaltung gegangen, so Ex-CDU-Chef Laschet. (Foto: picture alliance / HMB Media)

Das Fernbleiben mehrerer CDU-Ministerpräsidenten aus der Parteizentrale am Abend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt für Unmut. Ex-Parteichef Laschet zeigt sich unzufrieden mit seinen Parteikollegen.

Der frühere CDU-Chef Armin Laschet hat einen mangelnden Beistand führender Politiker seiner Partei für Bundeskanzler Friedrich Merz nach der verlorenen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kritisiert. Das CDU-Präsidium habe am Wahlabend "weitgehend ohne die eigenen Ministerpräsidenten" getagt, sagte Laschet in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

"Ich wäre als Ministerpräsident, wenn ein anderer Bundesvorsitzender in so einer schwierigen Lage gewesen wäre, hingegangen", sagte der ehemalige NRW-Ministerpräsident Laschet. "Jeder wusste, dass das ein schwieriger Abend ist. Und wenn einige sogar in Berlin waren, hätte man da gut hingehen können und sollen." Medienberichten zufolge waren sowohl der hessische Ministerpräsident Boris Rhein als auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst zum Zeitpunkt der Veranstaltung in Berlin gewesen.

Auch die wichtigen CDU-Ministerpräsidenten Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz und Michael Kretschmer aus Sachsen schlugen die Einladung, die Berichterstattung zur Landtagswahl gemeinsam in der Parteizentrale zu verfolgen, aus. Der "Bild"-Zeitung zufolge begründeten sie ihre Abwesenheit mit Terminen in ihren Heimatbundesländern. Die Staatskanzlei des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt sowie Berlins Senat unter dem Regierenden CDU-Bürgermeister Kai Wegner machten keine Angaben zum Verbleib der CDU-Politiker.

Eine Sprecherin der CDU sagte gegenüber "Bild", es handele sich bei dieser Art Veranstaltung nicht um eine "formelle" Sitzung, bestätigte aber, dass nur ein Ministerpräsident anwesend war. Demnach hätten nur Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, sowie Stefan Evers, CDU-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September, die Einladung angenommen. Aus Parteikreisen heißt es, der Kanzler sei darüber "sehr angefasst" gewesen und habe noch am Abend angefangen, seine Ministerpräsidenten abzutelefonieren.

Laschet: CDU braucht anderen Politikstil

Dass Merz am Tag nach der Wahlschlappe persönliche Verantwortung übernommen hat, begrüßte der frühere CDU-Chef Laschet. Zugleich bezweifelte er, dass die richtigen Lehren gezogen wurden. Gefragt nach der Schlussfolgerung von Merz, nun "emotionaler" und "empathischer" zu werden, sagte Laschet: "Solche Formulierungen sind furchtbar. Wenn es eine Strategie ist, redet man darüber nicht, sondern macht es."

Der frühere CDU-Kanzlerkandidat fügte hinzu: "Ich kann diese ganzen Sprüche auch seit der Wahl wirklich nicht mehr hören. 'Wir haben es falsch erklärt' - Nein, wir haben es nicht falsch erklärt, die Leute haben ganz bewusst so entschieden", monierte Laschet. Die CDU brauche "einen anderen Politikstil". Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonntag stürzte die CDU um fast 20 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent ab. Der als gesichert rechtsextrem eingestufte Landesverband der AfD fuhr mit 43,8 Prozent einen haushohen Sieg ein.

Quelle: ntv.de, psa/AFP

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