Politik

Trump-Vergleich "fehl am Platz" Laschet nimmt erbosten Merz in Schutz

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Armin Laschet zeigt Verständnis dafür, "dass bei einer solchen Kandidatur auch Emotionen im Spiel sind".

(Foto: imago images/Political-Moments)

CDU-Vorsitzkandidat Merz ist sauer, er sieht in der Verschiebung der Wahl des Parteichefs einen Komplott gegen sich. Seine Parteikollegen sind um Beruhigung der Lage bemüht. Selbst Kontrahent Laschet stellt sich schützend vor den verärgerten Sauerländer.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat seinen Konkurrenten um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, verteidigt und einen Vergleich mit US-Präsident Donald Trump abgelehnt. "Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Merz mit Trump zu vergleichen, ist völlig fehl am Platz", sagte Laschet. Mehrere Medien hatten zuvor Merz mit Trump verglichen.

Merz hatte den Beschluss des CDU-Vorstands, den Bundesparteitag zu verschieben, scharf kritisiert. Er warf Laschet, der derzeit in vielen Umfragen hinter ihm liegt, in Interviews und auf Twitter vor, er habe die Verschiebung des Parteitags betrieben, um die eigenen Chancen im Laufe der Zeit verbessern zu können.

Laschet sagte, es sei verständlich, "dass bei einer solchen Kandidatur auch Emotionen im Spiel sind". Die CDU müsse aber "ruhig und besonnen" bleiben. Die Parteien müssten in der Corona-Pandemie Vorbild sein und könnten nicht mit 1000 Delegierten zu einem Parteitag zusammenkommen. Das sei die "einzige Motivation" für die Verschiebung des Parteitags gewesen.

Union spielt Streit herunter

Neben Laschet bemühten sich weitere Unionspolitiker um Deeskalation. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak versicherte, der Grund, die Entscheidung über den Parteivorsitz ins neue Jahr zu verschieben, sei die Corona-Infektionslage. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt rief dazu auf, jetzt zu der Entscheidung gemeinsam zu stehen. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus, zeigte Verständnis für die Enttäuschung des einen oder anderen. Diese werde sich bald legen, und dann würden die Kandidaten wieder genauso friedlich und respektvoll miteinander umgehen wie zuvor.

Der Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1001 Delegierten angesichts der stark steigenden Infektionszahlen nicht mehr zu halten sei. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Fehle dafür noch eine gesetzliche Grundlage, solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben. Das könnte eine Verzögerung nach sich ziehen bis ins Frühjahr hinein.

Merz hatte nach dem Beschluss in mehreren Interviews der Parteiführung massive Vorwürfe gemacht. Teilen des "Parteiestablishments" hielt er erneut vor, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen. Die Absage des Wahlparteitages sei "der letzte Teil der Aktion 'Merz verhindern' in der CDU", sagte der 64-Jährige.

Quelle: ntv.de, jog/dpa