Politik

Galionsfigur sieht "Gelegenheit" Le-Pen-Nichte will Rechte und Radikale einen

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Marion Maréchal saß bereits bis 2017 in der französischen Nationalversammlung.

(Foto: picture alliance / Christophe Pe)

Für jene rechten Kräfte Frankreichs, denen Marine Le Pen zu gemäßigt erscheint, ist deren Nichte Marion Maréchal eine Galionsfigur. Bei einem "Konvent" ruft sie nun dazu auf, rechte und extrem rechte Kräfte zu einen. Damit plant Maréchal wohl ihr politisches Comeback.

Bei einem "Konvent der Rechten" in Paris haben sich am Samstag Vertreter identitärer und rechtskonservativer Strömungen um Marion Maréchal, die Enkelin von Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen, geschart. Die Eröffnungsrede hielt der umstrittene Journalist und Autor Éric Zemmour, der kürzlich wegen Anstachelung zum Hass gegen Muslime zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden war.

Zemmour machte in seiner Rede den Islam dafür verantwortlich, dass sich die Probleme durch die Einwanderung weiter verschärften und warf Einwanderern vor, Frankreich kolonisieren zu wollen. Auch Maréchal warnte vor den Teilnehmern des Konvents, durch die Einwanderung sähen sich die Franzosen konfrontiert mit der "Möglichkeit, zur Minderheit auf dem Boden unserer Vorfahren zu werden".

Anhänger hoffen auf politisches Comeback

Die 29-jährige Nichte der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen warb daher dafür, dass sich rechte Kräfte zusammenschließen und "die Parteigrenzen von gestern niederreißen". Maréchal gilt in Frankreich als Galionsfigur all jener, die die Rechtspopulisten von Le Pens Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) für zu gemäßigt halten. Nach ihrer Zeit als Abgeordnete der französischen Nationalversammlung hatte sich Maréchal 2017 allerdings aus der Politik zurückgezogen.

Ihre Anhänger hoffen aber, dass Maréchal offiziell auf die politische Bühne zurückkehrt. Sie selbst sieht nach eigenen Angaben im Absturz der konservativen französischen Partei Republikaner bei der EU-Wahl im Mai eine "Gelegenheit", die Rechte und die extreme Rechte zusammenzuführen. Dabei hat Maréchal die Kommunalwahlen im kommenden März im Blick, die als wichtiger Stimmungstest gelten.

Le Pen hatte den Funktionären ihrer Partei vorab davon abgeraten, am "Konvent der Rechten" teilzunehmen. Am Samstag sagte Le Pen allerdings dem Sender BFMTV, sie warte "mit Ungeduld" darauf, ob der Konvent etwas hervorbringe, um die Wählerbasis derjenigen, "die Frankreich verteidigen", zu vergrößern.

Quelle: n-tv.de

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