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Rebellen stehen vor Tripolis Libyens Präsident kündigt Widerstand an

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Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch will Tripolis nicht kampflos übergeben.

(Foto: AP)

Der abtrünnige General Haftar bereitet seine Truppen auf die Eroberung von Tripolis vor. Libyens Staatsoberhaupt Al-Sarradsch will die Hauptstadt nicht kampflos den Rebellen überlassen und kündigt Widerstand an. Unterstützung erhält der Ministerpräsident von den G7-Staaten.

Nach dem Angriff des libyschen Generals Chalifa Haftar auf die Hauptstadt Tripolis hat der Chef der international anerkannten Regierung, Fajis al-Sarradsch, Widerstand angekündigt. Haftars Kriegserklärung werde auf Entschlossenheit und Stärke treffen, sagte Al-Sarradsch am Samstagabend in einer TV-Ansprache. Er warf seinem Kontrahenten vor, den politischen Prozess zu untergraben und das Land in einen "neuen Kreislauf der Gewalt" stoßen zu wollen. Haftar werde allein durch persönliche Motive angetrieben.

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Derweil erhöht auch die internationale Gemeinschaft ihren Druck auf Haftar und fordert einen Stopp seines Vormarsches. Die G7-Staaten zeigten sich am Samstag bei einem Außenministertreffen sehr besorgt über die Lage in dem nordafrikanischen Land. Es sei gut, dass der UN-Sicherheitsrat ein klares Signal gegeben habe, "dass Schluss sein muss mit der militärischen Eskalation", sagte Außenminister Heiko Maas am Rande des Treffens im bretonischen Küstenort Dinard. Der UN-Sicherheitsrat hatte Haftar und seine selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) am Freitag aufgerufen, alle militärischen Bewegungen zu stoppen.

"Es kann für den Konflikt keine militärische Lösung geben", sagte der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen in einer Erklärung, die er im Namen des Sicherheitsrates verlas. Das Signal des Sicherheitsrates sei auch klar an Haftar gerichtet, sagte Maas. Die G7-Runde sei sich einig gewesen, "dass wir alle unsere Möglichkeiten nutzen müssen, um Druck auszuüben, insbesondere auf die Verantwortlichen in Libyen, insbesondere General Haftar, dass jede weitere militärische Eskalation unterbleibt".

Haftar unterstützte früher Gaddafi

General Haftar hatte seinen Truppen am Donnerstag den Befehl zum Marsch auf Tripolis gegeben. Der 75-jährige Offizier will die Hauptstadt einnehmen und das ölreiche Land unter seiner Führung vereinen. Allerdings muss er in Tripolis mit starkem Widerstand rechnen, weshalb Beobachter einen neuen Bürgerkrieg fürchten. Die Operation des Generals bedeutet eine neue Eskalation in einem Land, das seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 von Krisen erschüttert wird. Seit Jahren konkurrieren etliche Milizen um Macht und Pfründe, auch zwei Regierungen rivalisieren miteinander: eine in Tripolis, eine mit Haftar verbündete im Osten. Mehrere UN-Vermittler scheiterten daran, eine Lösung zu finden.

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Mit der Regierung von Präsident Fajis al-Sarradsch verbündete Milizionäre östlich von Tripolis.

(Foto: REUTERS)

Haftar hat sich in den vergangenen Jahren zur einflussreichsten Figur Libyens entwickelt. Er genießt den Ruf eines Militärs, für den die Politik erst an zweiter Stelle kommt. Einst unterstützte er Gaddafi und gehörte zu dessen Kräften, als dieser 1969 an die Macht kam. Später aber kam es zum Bruch. Als Haftar 1987 im benachbarten Tschad in Gefangenschaft geriet, ließ Gaddafi ihn dort sitzen. Frei kam er mit Hilfe der USA, wo er anschließend über zwei Jahrzehnte im Exil lebte. Aus der Zeit stammt auch der Vorwurf, ein CIA-Agent zu sein.

Nach seiner Rückkehr nach Libyen 2011 versuchte er schon einmal, sich an die Macht zu putschen, scheiterte aber kläglich. Zuletzt konnte er aber seinen Einfluss mit einigem Geschick vom Osten des Landes bis weit in den Westen ausdehnen, häufig ohne großen Widerstand. Dafür setzte er auf ein Bündnis mit lokalen Milizen in einem Land, das in viele Ethnien und Stämme aufgeteilt ist.

Libyen-Beobachter halten Haftar jedoch längst nicht für so stark, wie er sich gibt, weil er seine Kräfte überdehnt habe. Sein Bündnis mit lokalen Milizen ist lose und könnte wieder auseinanderfallen. "Haftar hat sein Blatt überreizt", twitterte der Libyen-Experte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Wolfram Lacher.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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