Politik

Zwei Seeleute sterben Libysche Kampfjets greifen Tanker an

Weil ein Öltanker der libyschen Küste zu nahe kommt, steigen Kampfjets auf und greifen ihn an. Das Ergebnis ist tödlich: Zwei Seeleute sterben - sie sind die jüngsten Opfer eines fast vergessenen Bürgerkriegs.

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Der Tanker Araevo. Hier ein Archivbild von der Reederei Aegean

(Foto: AEGEAN)

Bei einem Luftangriff auf einen Tanker vor Libyen sind nach griechischen Angaben zwei Besatzungsmitglieder getötet worden. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, teilte die griechische Küstenwache mit. Der "schwerwiegende Zwischenfall" habe sich am Sonntag ereignet. Es seien Kampfjets der libyschen Armee gewesen, die das Schiff am Vortag unter Feuer genommen hätten, berichtete die libysche Nachrichtenseite "Al-Wasat".

Nach Angaben von "Al-Wasat" starb ein griechischer Seemann und zwei Philippinos wurden verletzt. Bei dem zweiten Toten handelt es sich nach Angaben des Außenministeriums in Bukarest um einen Rumänen. Insgesamt waren 26 Mann an Bord der "Araevo". In Libyen wird der seit Monaten andauernde Kampf zwischen verfeindeten Milizen immer erbitterter geführt.

Der einer griechischen Reederei gehörende und unter Flagge Liberias fahrende Tanker "Araevo" habe vor libyschen der Hafenstadt Derna vor Anker gelegen. Die Besatzung, insgesamt 26 Seeleute, stamme aus Griechenland, Rumänien und von den Philippinen. Derna ist eine Hochburg islamischer Extremisten.

Nach Gaddafis Tod ging es weiter

Die Gefechte konzentrieren sich vor allem auf die Ölhäfen entlang der Küste des nordafrikanischen Landes. Viele Gruppen sind aus den Revolutionsbrigaden hervorgegangen, die 2011 den Aufstand gegen den Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi bestimmten. Jetzt bekämpfen sie sich gegenseitig.

Die Kämpfe zwischen Islamisten und Nationalisten um die wichtigsten Ölhäfen Libyens waren zuletzt weiter eskaliert. Dabei waren auch Kampfflugzeuge von Einheiten des ehemaligen Generals Chalifa Haftar gegen Islamisten im Einsatz. Die UN-Mission in Libyen warnte vor Konsequenzen für Wirtschaft und Umwelt. Der Ölexport ist Libyens wichtigste Einnahmequelle. Angesichts der fortwährenden Kämpfe wurde die Produktion deutlich gedrosselt.

Die bewaffneten Gruppen sind aus den Revolutionsbrigaden hervorgegangen, die 2011 den Aufstand gegen den Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi bestimmten. Jetzt bekämpfen sie sich gegenseitig.

Quelle: n-tv.de, vpe/ppo/dpa/AFP

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