Politik

"Nie hatte ich mehr Lust" Lula will wieder Brasiliens Präsident werden

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Inácio Lula da Silva will zurück ins Präsidentenamt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht nur in Venezuela herrschen politisch-unruhige Zeiten. Auch in Brasilien gibt es immer wieder Proteste gegen die Führung des Landes, kommen Korruptionsvorwürfe ans Licht. Letztere richten sich auch gegen Ex-Präsident Lula. Der hat aber nun große Pläne.

Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will im kommenden Jahr wieder als Präsidentschaftskandidat antreten. Nachdem er in einem Kreuzverhör alle Korruptionsvorwürfe abgestritten hatte, sagte der 71-Jährige zu tausenden vor dem Gericht im südbrasilianischen Curitiba wartenden Anhängern: "Ich bereite mich darauf vor, wieder Kandidat in diesem Land zu sein, nie hatte ich mehr Lust dazu."

Vor genau einem Jahr, am 12. Mai 2016, war seine Nachfolgerin Dilma Rousseff unter fragwürdigen Umständen vom Amt suspendiert und damit das von Lula im Jahr 2000 begonnene linke Regierungsprojekt beendet worden. Er sinnt daher auf ein Comeback.  Auch Rousseff war in Curitiba dabei, um Lula zu unterstützen.

Seit Monaten gibt es aber immer neue Vorwürfe und Ermittlungsverfahren gegen Lula. So soll er bei einer Immobilie an der Küste von einem Baukonzern begünstigt worden sein - zudem wird ihm eine Art Rädelsführerschaft im Korruptionsskandal um Auftragsvergaben des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras vorgeworfen. Aber auch neun Minister der Regierung des neuen konservativen Präsidenten Michel Temer stehen in dem "Lava Jato"-Skandal im Visier der Ermittler. 

Lula musste am Mittwoch erstmals vor dem gefürchteten Chef-Richter Sergio Moro aussagen - fünf Stunden lang. "Ich dachte, dass meine Ankläger Schriftstücke, Zahlungsbelege, irgendeinen Beweis vorlegen würden. Aber sie hatten nichts", sagte Lula danach. "Ich möchte nicht auf Basis von Interpretationen verurteilt werden." Nach einer Umfrage liegt Lula unter den möglichen Präsidentschaftskandidaten derzeit in Führung, gefolgt von dem ultrarechten Politiker Jaír Bolsonaro.

Quelle: ntv.de, bad/dpa