Politik

Ministerium fordert Rauswurf MAD enttarnt rechtsextreme Elitesoldaten

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Das Kommando Spezialkräfte ist die Eliteeinheit der Bundeswehr. Die Mitglieder agieren anonym.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ermittlungen des Militärgeheimdienstes MAD gegen mehrere Soldaten der Eliteeinheit KSK dauern schon mehrere Monate. Der Verdacht: Sie sind rechtsextrem. Nun, da die Ermittlungen öffentlich sind, will das Verteidigungsministerium einen von ihnen "schnellstmöglich entfernen".

Die Bundeswehr sieht sich erneut mit mindestens zwei rechtsextremen Soldaten konfrontiert. Die "Bild am Sonntag" berichtet, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) gegen mehrere Mitglieder der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) ermittelt. Unter anderem ist ein Unteroffizier in der Feldwebellaufbahn dringend verdächtig, ein Rechtsextremist zu sein. Die nachrichtendienstlichen Ermittlung gegen ihn sollen schon mehrere Monate andauern. Das Verteidigungsministerium hat den Vorgang bestätigt.

Die notwendigen dienstrechtlichen Maßnahmen gegen den Soldaten seien offen eingeleitet worden, weil Informationen an die Öffentlichkeit gelangt seien, sagt ein Ministeriumssprecher in der Zeitung. Der Unteroffizier müsse schnellstmöglich aus dem KSK entfernt werden, die Ausübung des Dienstes müsse ihm verboten werden. Dem Bericht zufolge soll das spätestens nächste Woche geschehen. Nach Informationen der Zeitung war der Unteroffizier mehrmals in Afghanistan im Einsatz.

Zudem ermittelt der MAD gegen zwei Stabsoffiziere, die auf einer privaten Feier des Unteroffiziers den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Einer von ihnen sei bereits vor ein paar Wochen vom Dienst suspendiert worden, heißt es. Der andere gilt beim MAD noch als "Verdachtsfall".

Bei der Bundeswehr gab es in den letzten Jahren immer wieder Berichte über rechtsextreme Soldaten. Erst im Januar akzeptierte ein KSK-Mitglied einen Strafbefehl, nachdem er mehrfach den Hitlergruß gezeigt hatte. Vorher hatte der Fall des Offiziers Franco A. im April 2017 umfangreiche Ermittlungen ausgelöst, weil es den Verdacht gab, er könne Teil einer größeren rechtsextremistischen Gruppe sein. Der MAD hatte jüngst erklärt, man wolle künftig auch solche Soldaten stärker in den Blick nehmen, bei denen die Schwelle zum Rechtsextremismus noch nicht überschritten sei.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa