Politik

Fast täglich Anschläge Maas nennt Anti-IS-Einsatz "unabdingbar"

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Maas sieht den IS noch nicht endgültig geschlagen.

(Foto: imago images / photothek)

Die Terrormiliz IS ist zurückgeschlagen, doch die Gefahr längst nicht gebannt. "Der Islamische Staat agiert im Untergrund", sagt Außenminister Maas. Er plädiert deshalb dafür, dass deutsche Truppen die Dschihadisten weiter bekämpfen.

Trotz der Rückeroberung aller Gebiete der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak hält Außenminister Heiko Maas die Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen den IS immer noch für zwingend notwendig. "Auf jeden Fall" sei das Mandat "zurzeit noch absolut unabdingbar, um zu verhindern, dass der IS im Untergrund neue Strukturen aufbaut und damit in die Lage versetzt wird, weiter zu agieren", sagte Maas bei einem Besuch in Bagdad. "Das wollen und das müssen wir verhindern."

"Es ist hier in den Gesprächen noch einmal sehr deutlich gemacht worden, dass der IS zwar über kein Territorium mehr verfügt, aber dass es beileibe nicht so ist, dass es den IS nicht mehr gibt", sagte Maas in Bagdad. "Er agiert im Untergrund, es finden nahezu täglich Anschläge statt. Und es muss alles unternommen werden, um zu verhindern, dass der IS auf der Zeitachse Stück für Stück wieder an Macht gewinnt."

Vor seiner Reise nach Bagdad hatte Maas die deutschen Soldaten im jordanischen Al-Asrak besucht, die sich mit "Tornado"-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen den IS beteiligen. Daneben bildet die Bundeswehr im Irak Soldaten für den Kampf gegen den IS aus.

Das Mandat für den Einsatz läuft bis zum 31. Oktober. Der Bundestag entscheidet im Herbst, wie es dann weitergeht. Maas sagte, die Sicherheitslage müsse weiter beobachtet werden. Nach der Sommerpause müsse man dann ein Fazit ziehen. Die USA wünschen sich eine Verlängerung des Einsatzes. Das war auch beim Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo vor einer Woche in Berlin Thema.

Der IS hatte jahrelang weite Teile Syriens und des Irak unter seiner Kontrolle. Im März wurde die letzte IS-Bastion Baghus im Osten Syriens für befreit erklärt. Die Anti-IS-Koalition, der etwa 60 Länder angehören, geht aber davon aus, dass sich immer noch Tausende Kämpfer in der Region aufhalten und aus dem Untergrund ihren Terror fortsetzen könnten.

Iran-Konflikt Thema auch in Bagdad

Der Außenminister traf in Bagdad Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi und Präsident Barham Salih. Im Vordergrund standen dabei die wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Vor einem Jahr war US-Präsident Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Dadurch traten US-Wirtschaftssanktionen wieder in Kraft, die den Iran massiv unter Druck setzen. Die USA werfen der Führung in Teheran vor, Konflikte in der Region anzuheizen und Terrorismus zu unterstützen.

Der Irak könnte ein möglicher Schauplatz einer Eskalation des Konflikts sein. In dem Land sind zahlreiche schiitische Milizen aktiv, die von Teheran finanziert werden. Zugleich sind dort mehrere Tausend US-Soldaten stationiert, die Iraks Armee ausbilden und im Kampf gegen die IS-Terrormiliz unterstützen. Maas sagte nach seinen Gesprächen in Bagdad, im Irak sei die Besorgnis sehr groß, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Gleichzeitig lobte er das "sehr besonnene" Verhalten der irakischen Regierung und sicherte ihr weitere Unterstützung beim Wiederaufbau und bei der Stabilisierung ihres Landes zu. "Wir dürfen den Irak jetzt nicht hängen lassen."

Der Besuch des Außenministers war aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt worden. Am Sonntag will er nach Zwischenstopps in Jordanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Iran weiterreisen. Dort will er versuchen, die iranische Führung von einem Ausstieg aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen abzuhalten, das eine iranische Atombombe verhindern soll.

Frist bis zum 7. Juli

Der Iran hat den verbliebenen Vertragspartnern - neben Deutschland sind das Großbritannien, Frankreich, China und Russland - eine Frist bis zum 7. Juli gesetzt, um für die in dem Abkommen versprochenen wirtschaftlichen Zugeständnisse zu sorgen. "Wir Europäer sind überzeugt, dass es alle Mühe wert ist, für den Erhalt der Wiener Nuklearvereinbarung mit Iran zu arbeiten", sagte Maas in Bagdad. Man wolle zeigen, "dass das Abkommen auch ohne die USA funktioniert". Bisher gestaltet sich das aber schwierig. Wegen der US-Sanktionen ist der deutsch-iranische Handel wieder eingebrochen.

Erst am Freitag verhängte Washington neue Sanktionen, diesmal gegen den iranischen Petrochemie-Konzern PGPIC. Zur Begründung hieß es, PGPIC habe Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden. Das Teheraner Außenministerium wertete dies als "Wirtschaftsterrorismus" und Beleg dafür, dass Trumps Gesprächsangebote "absurd, leer und betrügerisch" seien.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/rts

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