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Seinen Kritikern hat Emmanuel Macron mit seiner Äußerung neuen Zündstoff geliefert.
Seinen Kritikern hat Emmanuel Macron mit seiner Äußerung neuen Zündstoff geliefert.(Foto: REUTERS)
Montag, 11. September 2017

"Faulenzer, Zyniker, Extreme": Macron beschimpft Reformgegner

Mit seiner Reformpolitik stößt Emmanuel Macron in Frankreich auf Widerstand. Doch statt die Vorteile der geplanten Neuregelungen hervorzuheben, vergreift sich der Präsident im Ton - eine Steilvorlage für seine Kritiker. Doch Macron will kein Wort zurücknehmen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach seiner jüngsten Äußerung, er werde mit seiner Reformpolitik "weder vor den Faulenzern, noch den Zynikern, noch den Extremen zurückweichen", heftige Kritik einstecken müssen. Zwar sagte der sozialliberale Staatschef nicht, wen genau er mit "Faulenzern" meint. Mit seiner Wortwahl entfachte er aber, kurz vor einem Protesttag gegen seine umstrittene Arbeitsmarktreform, einen Sturm der Entrüstung.

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Philippe Martinez, der Chef der Gewerkschaft CGT, die an vorderster Front gegen die Reform kämpft, äußerte sich "empört". Der unterlegene linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon sagte: "Macron mag die Franzosen nicht." Und auch die Front-National-Chefin Marine Le Pen ätzte: "Die Liebeserklärungen Macrons an die Franzosen mehren sich."

Jetzt - nur einen Tag vor den angekündigten Protesten gegen die Arbeitsmarktreform - verteidigte Macron seine Wortwahl. Er bedauere diese "überhaupt nicht", sagte der 39-Jährige bei einem Besuch in der südfranzösischen Stadt Toulouse. Er habe auf all jene abgezielt, "die denken, dass man sich in Europa und Frankreich nicht bewegen soll". Seine Äußerungen seien indes "verzerrt" worden, um "falsche Polemiken" auszulösen, behauptete der Staatschef.

Proteste für Dienstag angekündigt

Schon in der Vergangenheit hatte Macron mit provokativen Äußerungen für Aufsehen gesorgt. In seiner Zeit als französischer Wirtschaftsminister herrschte er einen Gewerkschaftsaktivisten an, wer sich einen Anzug leisten wolle, müsse auch dafür arbeiten. Vor wenigen Wochen sagte Macron, die Franzosen würden Reformen "verabscheuen".

Französische Gewerkschaften machen morgen mit Demonstrationen und Streiks gegen die geplante Arbeitsmarktreform mobil. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit will der Präsident Unternehmen mehr Freiheiten geben. Unter anderem sollen Kündigungen erleichtert und Abfindungen gedeckelt werden. Die Gewerkschaften kritisieren die Reform als Abbau von Arbeitnehmerrechten.

Quelle: n-tv.de